Plastikfreies Badezimmer - Tipps & Tricks

08. April 2017

Lesezeit: ~ 6min

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[Werbung] Recycling ist toll, aber was ist noch besser als ein schlechtes Produkt mehrfach zu nutzen? Es gar nicht nutzen. Ich habe angefangen Plastik immer mehr aus meinem Leben verschwinden zu lassen und damit meine ich nicht nur Mikroplastik sondern auch Plastikverpackungen. Kürzlich ist nun endlich das Plastik aus meinem Badezimmer verschwunden und ich muss sagen: es fühlt sich toll an. Keine hunderten Plastikverpackungen mehr, die man in den Müll tragen muss. Aus 10 oder mehr Plastikflaschen in meiner Dusche wurden zwei Produkte ohne Verpackung. Und nicht nur die Dusche hat es getroffen, auch das restliche Badezimmer ist nun nahezu plastikfrei. Heute erzähle ich dir, wie auch du dein Bad zu einem plastikfreien Badezimmer machst.
Wenn du dich für ein plastikfreies Leben interessiert, gibt es hier auf dem Blog noch weitere Tipps für dich: "Wie du plastikfrei Lebensmittel einkaufen kannst", "5 Tipps um unterwegs keinen Müll zu verursachen", "In wenigen Schritten zur Zero Waste Beauty Routine" und einige weitere.

Shampoo

Am Anfang dachte ich: "Shampoo? Wie soll man bitte Shampoo ohne Plastikverpackung kaufen?". Aber ein wenig Recherche hat das Problem schnell gelöst, denn es gibt nicht nur das flüssige Shampoo sondern auch festes Shampoo und Haarseife. Festes Shampoo ist die Alternative, die ich gewählt habe: ein Shampoo dem das Wasser entzogen wurde. Es sieht einer normalen Seife recht ähnlich, pflegt die Haare aber wunderbar. Die Benutzung ist dabei wie bei einer Seife, kurz zwischen den Händen schäumen, dann das Shampoo weglegen und noch ein bisschen weiter schäumen und rauf auf die Haare damit. Ich war vor allem begeistert, wie gut es schäumt und wie wenig man davon benötigt. Von meinem flüssigen Shampoo habe ich immer viel mehr gebraucht um meine ganzen Haare einzushampoonieren. Zum Reisen habe ich mir außerdem noch eine passende, wiederverwendbare Aluminium Hülle dazu gekauft. Mein erstes festes Shampoo war von Lush und es war ein wirklich guter Einstieg. Inzwischen bin ich aber auf ein festes Naturkosmetik-Shampoo von der Rosenmanufaktur umgestiegen - Lush ist nämlich leider keine zertifizierte Naturkosmetik und verwendet Tenside die nicht in Naturkosmetik zugelassen sind.
Noch ein paar Worte zur Haarseife, denn festes Shampoo und Haarseife werden oft verwechselt. Bei Haarseife benötigen die Haare eine Zeit um sich umzugewöhnen, da es eben kein Shampoo ist sondern eine Seife. Bei Haarseife kommt es also durchaus vor, dass man ein paar Tage bis Wochen mit fettigen Haaren zu kämpfen hat.

Conditioner / Spülung

Für Conditioner gibt es verschiedene Lösungen, meine erste Lösung war der feste Conditioner von Lush. Dieser Conditioner hat auch die Form einer Seife, ist aber etwas weicher und cremiger und man kann damit einfach übers Haar streichen, etwas einwirken lassen und ausspülen, also wie von der flüssigen Spülung gewohnt.
Inzwischen habe ich eine noch einfachere, ökologischere Variante für mich entdeckt, die erstmal etwas verrückt klingt: Die Saure Rinse. Alles was ihr dafür braucht ist Apfelessig und lauwarmes Wasser. Einen Esslöffel Apfelessig mit 500ml Wasser mischen und über die Haare geben. Das ganze muss nicht ausgewaschen werden und der Geruch von Essig verfliegt beim trocknen der Haare. Nach der sauren Rinse fühlen sich die Haare super schön und seidig an - und eine günstigere Spülung gibt es wohl kaum.

Duschgel

Um Duschgel aus der Dusche verschwinden zu lassen war weder viel Recherche notwendig noch war das Ganze ein Hexenwerk. Denn Seife ist mindestens genauso gut wie Duschgel und lässt sich vielerorts ohne Plastikverpackung kaufen. Auch bei meiner Seife achte ich darauf, dass es sich um Naturkosmetik handelt, daran gibt es aber wirklich eine riesige Auswahl. Empfehlen kann ich zum Beispiel ERUi Cosmetics. Aber schaut euch am besten einfach mal in lokalen Geschäften z.B. Biomärkten, Unverpacktläden oder auch normalen Drogerien um, da werdet ihr sicher ein Stück Seife ohne Verpackung finden!

Zahnbürste & Zahnpasta

Mit der Zahnbürste ist das ganz einfach, inzwischen gibt es fast überall Bambuszahnbürsten 1. Da Bambus ein sehr schnell nachwachsender natürlicher Rohstoff ist, sind diese Zahnbürsten vom Material her optimal. Außerdem lässt sich das Bambus auch kompostieren. Das einzige worauf ihr bei der Bambuszahnbürste achten solltet, ist dass sie ordentlich trocknen kann (also nicht im Wasser liegt oder steht), damit sie nicht schimmelt.
Plastikfreie Zahnpasta fand ich schon immer etwas tricky, aber es gibt viele Alternativen die ihr ausprobieren könnt. Die meisten benutzen Zahnpasta-Tabs, das sind kleine Tabletten auf die man draufbeißt und sie dann als Zahnpasta benutzt. Mein Fall ist es nicht, aber da ist jeder von uns unterschiedlich, ein Versuch ist es also wert! Außerdem gibt es noch einige Zahnpasten im Glas, zum Beispiel von Villa Lavanda. Ich nehme meistens eine von diesen Zahnpasten im Glas, die in der Verwendung auch der altbekannten Zahnpasta gleichen. Hier muss jeder das Produkt finden, dass für ihn persönlich passt und zu guter letzt habe ich auch noch ein kleines DIY Zahnpasta-Rezept für euch:

Zutaten

Inspiriert durch smarticlar.net

Und so geht's

  1. Wenn dein Natronpulver nicht so fein ist, musst du es erstmal mit einem Mörser etwas verkleinern (das ist z.B. beim gängigen Kaiser Natron nötig)
  2. Kokosöl ist in der Regel bei Zimmertemperatur fest, daher musst du es im Wasserbad etwas erhitzen, bis es nicht mehr hart ist
  3. Sobald das Kokosöl anfängt flüssig zu werden, das Natron und das ätherische Öl dazutun und gut umrühren
  4. In ein Gefäß z.B. eine Glasdose umfüllen

Kokosöl wird schon bei ca. 23°C Zimmertemperatur flüssig, im Sommer musst du die Zahnpasta daher wahrscheinlich im Kühlschrank lagern, damit sie hart bleibt.

Peeling

Auch Peeling gehört in fast jedes Badezimmer und es gibt fast nichts, was man einfacher selbst machen könnte. Man kann alle möglichen Produkte, die man sowieso zuhause hat zum peelen verwenden. Ich habe mir heute für euch ein Meersalz Peeling ausgeschaut und natürlich auch ausprobiert. Man hat danach eine super weiche und gepflegte Haut und es dauert nur wenige Minuten das Peeling anzurühren.

Zutaten

Inspiriert durch Greenpeace

Und so geht's

  1. Kokosöl im Wasserbad etwas erhitzen, bis es nicht mehr so hart ist
  2. Sobald es anfängt flüssig zu werden beide Salz Sorten dazutun und gut umrühren
  3. In Gesicht und/oder Körper einmassieren und gut abspülen (es empfiehlt sich beides in der Dusche zu machen)

Am besten gleich nach dem Anrühren auch aufbrauchen, da das Kokosöl sonst wieder erhärtet.

Schminken & Abschminken

Für mich hat sich mit der Zeit herausgestellt: bei Schminke Plastikfrei bleiben, ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Ich lebe daher nach dem Motto "Weniger ist mehr" und schminke mich kaum noch. Im Alltag verwende ich nur noch meinen Augenbrauenstift von Alverde, ab und zu noch ein paar Tupfer Concealer. Für besondere Anlässe nutze ich dann noch etwas Mascara und gelegentlich Lippenstift, das wars dann aber auch schon.
Auch wenn es bei der Schminke nicht immer plastikfrei klappt, das Abschminken ohne Müll ist umso einfacher. Ich verwende dafür einen Waschlappen und eine milde Seife - am besten ohne Parfum. Für Augen-Makeup nehme ich außerdem gerne Kokosöl, damit ich auch garantiert keine Seife in den Augen habe. Das Kokosöl einfach in der Hand etwas weich werden lassen und dann an den Augen verreiben, so löst sich die Schminke wunderbar. Danach mit ein wenig Wasser und Seife abspülen.
Noch mehr Tipps zum Thema Schminke und Beauty Routine findet ihr in meinem Blogpost "In wenigen Schritten zur Zero Waste Beauty Routine".

Sonstiges

  • Rasieren: plastikfrei Rasieren geht wunderbar mit dem Safety Rasor/ Rasierhobel. Über den ich noch einen ausführlichen Blogpost "Plastikfrei rasieren - Infos & Tipps zum Safety Rasor" veröffentlicht habe.
  • Deo: die Suche nach dem perfekten plastikfreien Deo hat mich etwas mehr Zeit gekostet, aber letzten Endes habe ich ein tolles gefunden. Mein Deo ist eine Deocreme von vegane-pflege.de, welches sich in einem Glastiegel befindet. Es ist außerdem super ergiebig, da man nur eine Fingerspitze davon benötigt.
  • Creme: eine plastikfreie Creme zu finden hat ziemlich lange gedauert, inzwischen bin ich sehr glücklich mit den Body Butters von ERUi Cosmetics in einer Verpackung aus Pappe.
  • Monatshygiene: Tampons benutze ich schon lange nicht mehr, denn dabei fällt SO viel Müll an. Es gibt einige spannende Alternativen zu Tampos und Binden, die ich euch in meinem Blogpost "Nachhaltige Periode" vorstelle.
  • Handwaschmittel: für die Hände bietet es sich natürlich auch an, einfach auf den Seifenspender zu verzichten und auf die gute, alte, feste Seife zurückzugreifen.
  • Sonnencreme: nach langer Suche habe ich auch endlich die perfekte, plastikfreie Sonnencreme gefunden und zwar die Sonnencreme im Glas-Pumpspender von Villa Lavanda. Diese enthält kein Mikroplastik, ist zertifizierte Naturkosmetik und weißelt nicht (also man hat keinen weißen Film auf der Haut, wie das oft bei Naturkosmetik-Sonnencreme der Fall ist).

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