How to: Dein Fotoshooting mit natürlichem Licht

28. März 2018

Lesezeit: ~ 4min

In der Fotografie dreht sich letzten Endes alles um das richtige Licht, egal ob im Studio oder Outdoor, wenn das Licht nicht stimmt, gibt es auch kein gutes Foto. Ich habe mit der Zeit gelernt mit verschiedenen Lichtsituationen umzugehen und manchmal auch mit einfachen Hilfsmitteln das beste aus dem natürlichen Umgebungslicht herauszuholen. Heute möchte ich euch Tipps geben, wir ihr am besten mit natürlichen Licht bei eurem Fotoshooting umgehen könnt.
Hier auf dem Blog kannst du außerdem erfahren wie du die Augen deines Models zum glänzen bringst und wie ich mich auf ein Fotoshooting vorbereite + Checklisten für dich.

Mit dem Wetter umgehen

Sonnig

Entgegen der Annahme vieler Menschen ist ein sonniger Tag nicht der perfekte Tag für Fotos. Strahlender Sonnenschein am Mittag führt bei Portraits zu harten Schatten im Gesicht und das sieht in der Regel einfach grauenhaft aus. Wenn du die Sonne zu deinem Vorteil nutzen möchtest, umgehe am Besten die harte Mittagssonne und verlege dein Shooting lieber auf die Abendstunden, kurz vor dem Sonnenuntergang. In der goldenen Stunde kann man wunderschöne Bilder mit dem goldenen Licht machen. Wie du am besten in der goldenen Stunde und mit Gegenlicht shootest erfährst du in meinem Blogpost "How to: wunderschöne Lens Flares & Gegenlichtaufnahmen (natürlich & in PS)". Wenn es z.B. aus terminlichen Gründen dennoch Nachmittags sein muss ist das aber auch kein Drama und in meinem Blogpost "Wie du trotz harter Mittagssonne tolle Bilder machen kannst" erfährst du, wie du das beste aus der Situation rausholen kannst.

Bewölkt

Bewölktes Wetter ist mir eigentlich das liebste Shooting-Wetter, denn hier wirkt der Himmel wie ein riesiger Diffusor und bietet das perfekte, gebrochene Licht. Insofern spart man sich bei bewölktem Himmel den Assistenten mit Diffusor und außerdem kann man noch einen zweiten tollen Effekt für sich nutzen: Wenn das Model leicht nach oben schaut, glänzen die Augen wunderschön und spiegeln den Himmel. Wenn du noch mehr über das Thema glänzende Augen erfahren willst, schau mal bei meinem Blogpost "How to: Glänzende Augen in Portraits" vorbei.

Regen

Auch von Regen würde ich mich erstmal nicht abschrecken lassen. Bei Nieselregen könnt ihr die Tropfen oft zu eurem Vorteil nutzen. Mein Rosen-Shooting mit Simone letzten Juni war beispielsweise bei Nieselregen und auf den Bildern sieht man es nur an einem einzigen Aspekt: die Rosen glänzen wunderschön unter den Regentropfen.
Wenn es stärker regnet könnt ihr entweder mit nassem Model im Regen kreativ werden oder vielleicht ein Schirm-Fotoshooting? Hier empfiehlt sich ein Regenschutz für die Kamera, zum Beispiel in Form einer Plastiktüte oder einem Assistenten mit Schirm.
Aber auch wenn ihr nicht mit dem Wasser in Berührung kommen wollt, gibt es Möglichkeiten, denn es gibt auch Outdoor einige überdachte Orte: zum Beispiel überdachte Arkaden in der Stadt oder Pavillons im Park. Und auch Indoor könnt ihr mit natürlichem Licht shooten, zum Beispiel in einem Cafe oder der eigenen Wohnung. Hierbei ist es von Vorteil, wenn die Location ein großes Fenster hat, durch das möglichst viel Licht fällt.

Nützliche Hilfsmittel

Reflektor

Einen Reflektor könnt ihr benutzen um Licht in das Gesicht des Models zu reflektieren. Reflektoren haben in der Regel eine goldene, eine silberne und eine weiße Seite. Ich habe mal gelesen, dass sich für Outdoor vor allem die goldene Seite eignet. Letzten Endes hängt das aber davon ab, wie das Licht aussehen soll, dass ihr auf das Model reflektiert. Silber und weiß sind dabei neutraler als Gold und gefallen mir persönlich besser.
Insgesamt bin ich bisher kein großer Fan von Reflektoren, da sie das Model oft blenden - und dann bevorzuge ich weniger Licht im Gesicht vor zusammengekniffenen Augen. Außerdem braucht ihr für einen Reflektor meistens einen Assistenten, der diesen hält - außer es handelt sich um reine Nahaufnahmen, dann kann das Model ihn auch selbst halten.

Diffusor

Ein Diffusor besteht aus einem weißen, durchscheinenden Material und kann z.B. über das Model gehalten werden um hartes Sonnenlicht zu brechen. Oft ist in einem Reflektor schon ein Diffusor enthalten. Bei den gängigen Reflektoren von Neewer erhält man den Diffusor, wenn man die silberne/ goldene Hülle entfernt.
Bei hartem Sonnenlicht ohne schattiges Plätzchen in der Nähe ist der Diffusor eigentlich nicht wegzudenken. Allerdings braucht ihr hier immer eine dritte Person, die den Diffusor hält. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, in lokalen Fotogruppen nachzufragen, ob mir jemand assistieren kann. Oft meldet sich z.B. jemand der sich das Fotoshooting gerne anschauen möchte um Erfahrungen zu sammeln.

Wie sieht es bei dir aus, shootest du lieber mit Blitzen oder so wie ich mit natürlichem Licht?
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