Plastikfrei rasieren - Infos & Tipps zum Safety Rasor

09. Oktober 2019

Lesezeit: ~ 8min

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[Werbung] Ich rasiere mich jetzt schon seit über einem Jahr plastikfrei mit meinem Rasierhobel - den ich lieber beim englischen Namen "Safety Rasor" nenne, weil Rasierhobel so furchtbar klingt. Ein Blogpost übers plastikfreie Rasieren ist also schon längst überfällig und ich fühle mich inzwischen auch genug als Expertin in dem Gebiet um alle möglichen meiner Tipps zum Safety Rasor und allem drumherum, wie den Klingen und der Rasierseife, mit euch zu teilen. Heute erfahrt ihr also welche verschiedenen Modelle des Safety Rasor es gibt, wie er in der Handhabung funktioniert, wie ihr die perfekte Rasierseife erkennt & alles was ihr über die Rasierklingen wissen solltet!

Safety Rasor

Es gibt verschiedene Arten des Safety Rasor, die euch immer wieder über den Weg laufen werden, wenn ihr nach dem passenden Modell für euch sucht. Ich erkläre euch deswegen, was die Unterschiede sind und die verschiedenen Bezeichnungen bedeuten, damit ihr das für euch passende Modell finden könnt:

Schraub-Mechanismus

Es gibt zwei verschiedene Mechanismen zum Öffnen/ Auseinanderschrauben des Rasierers womit die Klinge gewechselt werden kann. Das Standard-Modell (das keine extra Bezeichnung hat) funktioniert mit einem reinen Schraub-Mechanismus. Dieses Modell wird am Griff augedreht und kann dann in den Griff und den Kopf - bestehend aus Ober- und Unterteil - zerlegt werden. Dazwischen wird dann die Klinge eingefügt und alles wieder zusammengeschraubt.
Das zweite Modell nennt sich "Butterfly-Mechanismus", was bedeutet, dass der Kopf des Rasierhobels aus zwei Flügeln besteht, welche die Klinge festhalten. Wenn ihr am Ende des Griffs dreht, öffnen sich die Flügel und die Klinge kann einfach ausgewechselt werden.
Ich habe mich für das Butterfly-Modell entschieden, weil das Auswechseln der Klingen deutlich schneller geht. Ein kleiner Nachteil ist, dass ich manchmal ausversehen die Flügel etwas aufdrehe wodurch die Klinge nicht mehr ganz fest sitzt - dadurch muss ich sie manchmal wieder richtig festdrehen, das ist aber halb so wild.

Geschlossener und offener Kamm

Was euch auch immer wieder begegnen wird sind die Bezeichnungen geschlossener und offener Kamm. Rasierhobel mit einem offenen Kamm haben eine Verzahnung auf der die Rasierklinge aufliegt, dadurch ist der Rasierer deutlich schärfer und es können sehr dicke Haare leichter entfernt werden. Der geschlossene Kamm hat nicht mehr besonders viel mit einem Kamm gemeinsam, denn hier gibt es keine Verzahnung.
Der offene Kamm wird eigentlich nur für Leute mit sehr dicken Barthaaren empfohlen, bei anderen reicht der geschlossene Kamm aus - welcher auch anfängerfreundlicher ist. Ich habe mich für einen geschlossenen Kamm entschieden und hatte bisher nie Probleme - auch im Intimbereich und unter den Achseln wo die Haare etwas dicker sind.

Ich habe mich letzten Endes für einen Rasierhobel mit Butterfly-Mechanismus und geschlossenem Kamm von Timor 1 entschieden und bin sehr zufrieden damit.

Rasierklingen

Die Rasierklingen des Safety Rasor sind diese ganz normalen Rasierklingen, die es überall zu kaufen gibt und die viele Leute inzwischen wahrscheinlich nur noch aus irgendwelchen Emo-Geschichten kennen. Ihr seid bei den Klingen also vollkommen unabhängig von Marken und könnt euch einfach irgendwelche kaufen. Ich verwende immer die Klingen der Marke Lord 1, die es bei mir im Unverpacktladen zu kaufen gibt. Eine Packung mit 5 Klingen kostet nur ein paar Euro (in meinem Unverpacktladen etwa 1,50 €) und da sieht man schon einen riesigen Vorteil des Safety Rasor gegenüber konventionellen Rasierern: die "laufenden Kosten" sind verdammt gering.

Rasierklingen richtig entsorgen

Am Anfang habe ich mich immer gefragt, was ich nun mit den stumpfen Rasierklingen tue und deswegen möchte ich euch diese Antwort auch gleich geben: Rasierklingen, die zu stumpf zum weiter Rasieren sind gehören in den Restmüll. Allerdings stellen die Klingen ein Sicherheitsrisiko für alle Personen, die mit dem Müll in Berührung kommen dar und sie können euch auch die Mülltüte zerschneiden. Ich empfehle euch daher, die Klingen nochmal etwas zu verpacken - ich stecke sie immer einfach in das Stück Papier, in dem die neue Klinge verpackt ist. Oder ihr sammelt alle Klingen einer Packung und steckt sie zusammen in die alte Verpackung. Wichtig ist, dass sich niemand an den Klingen schneiden kann.

Rasierseife

Rasierseife ist im Grunde ein Ersatz für Rasierschaum oder was auch immer man sonst so zum Rasieren verwendet. Ich habe früher bei meinem konventionellen Rasierer nur Wasser verwendet, bei dem Safety Rasor kann ich aber sehr empfehlen eine Rasierseife hinzuzuziehen - dann flutscht es einfach besser und reizt die Haut weniger. Ich dachte erst Rasierseifen wären etwas Eigenes - besondere Seifen sozusagen -, aber das sind sie nicht. Es gibt zwar spezielle Rasierseifen, aber im Grunde ist jede Seife als Rasierseife geeignet, die etwas öliger ist und gut schäumt. Ich nutze gerne die Seifen von ERUi Cosmetics als Rasierseife oder auch jede beliebige Naturkosmetik-Seife, die ich gerade da habe und die gut schäumt. Lasst euch also bloß nicht bequatschen, euch eine extra Rasierseife anzuschaffen, die auch nichts anderes ist, als eure normale Seife zum Waschen. Was man mir am Anfang auch andrehen wollte, war ein Pinsel, mit dem man die Rasierseife aufschäumt. Dieser wurde mir als vollkommen essentiell angepriesen, aus purem Geiz und weil es diesen nur in Plastik verpackt gab, habe ich mich aber nicht überreden lassen. Und auch hier kann ich euch sagen: ich wüsste nicht, wofür ich diesen Pinsel gebrauchen sollte, es funktioniert wunderbar ohne - und wie erfahrt ihr im nächsten Punkt.

Plastikfrei Rasieren - so geht’s

Die Handhabung des Safety Rasor ist an sich sehr ähnlich zu konventionellen Rasierern und ich möchte da eigentlich keine Wissenschaft draus machen - das hat mich zu Anfang nämlich sehr abgeschreckt. Ich erzähle euch also einfach mal kurz und knackig wie es geht und ihr werdet sehen: es ist ganz einfach!

  1. Rasierklinge in den Safety Rasor einsetzen (unterschiedlich je nach Modell, siehe oben)
  2. die zu rasierende Stelle nass machen (z.B. unter der Dusche oder mit einem Waschlappen)
  3. Rasierseife in den Händen aufschäumen und den Schaum mit den Händen auf der zu rasierenden Stelle verteilen (oder die Seife über die Stelle bewegen)
  4. den Rasierer in einem 45°-Winkel zum Körper aufsetzen und so die gewünschten Stellen rasieren

Sauber machen & den richtigen Aufbewahrungsort finden

Safety Rasor bestehen aus Edelstahl und sind daher ziemlich pflegeleicht. Ich wasche meinen Safety Rasor einfach nach dem rasieren kurz unter laufendem Wasser ab und das wars schon. Manchmal nehme ich die Klinge noch kurz raus und wasche diese gesondert. Ihr braucht aber keine Seife oder irgendein spezielles Putzmittel, Wasser reicht vollkommen aus. Mit der Zeit kann es passieren, dass sich am Safety Rasor etwas Kalk ablagert, aber auch das ist halb so wild. Wenn ihr den Safety Rasor ein paar Stunden in Essig (oder Essigessenz gemischt mit Wasser) legt, lässt sich der Kalk ganz einfach abwischen und der Rasierer sieht wieder aus wie neu. Bei der Suche nach dem perfekten Aufbewahrungsort für euren Safety Rasor solltet ihr darauf achten, dass der Safety Rasor nicht durchgängig im Nassen liegt, sondern auch trocknen kann - ich lagere meinen zum Beispiel auf einer Luffa-Scheibe außerhalb der Dusche und nehme ihn nur mit in die Dusche wenn ich ihn brauche. Ihr könnt ihn aber auch in der Dusche liegen lassen, hauptsache das Wasser um ihn herum kann abfließen und der Rasierer trocknen. Wenn ihr es besonders professionell machen wollt, könnt ihr nach dem Rasieren die Klinge rausnehmen und gesondert trocknen lassen, dann müsst ihr diese seltener wechseln.

Häufig gestellte Fragen

Wo kann ich mich mit dem Rasierhobel überall rasieren?

Das ist erstaunlicherweise eine der am häufigsten gestellten Fragen, aber so simpel ist auch die Antwort: Ihr könnt grundsätzlich jede beliebige Stelle am Körper mit dem Safety Rasor rasieren. Ich rasiere mich mit meinem Safety Rasor zum Beispiel unter den Achseln, an den Beinen und im Intimbereich.

Wie oft muss ich die Rasierklingen wechseln?

Wie oft ihr die Klingen wechseln müsst, hängt davon ab an welchen Stellen und wie häufig ihr euch rasiert. Ich wechsele meine Klinge ungefähr alle 4-6 Wochen, rasiere mich fast täglich und unter den Achseln, an den Beinen und im Intimbereich. Ich habe gelesen, dass manche die Klingen häufiger wechseln - mich stört es aber nicht, wenn sie schon nicht mehr perfekt scharf sind, das Rasieren funktioniert trotzdem super.

Ist der Rasierhobel auch für Männer geeignet?

Ein weiterer Vorteil des Rasierhobel: die sogenannte Pink-Tax entfällt - das ist der Begriff der beschreibt, dass Produkte extra für Frauen oft teurer sind, obwohl sie genau das gleiche sind wie ihr "männliches Äquivalent". Der Safety Rasor ist jedenfalls absolut geschlechtslos und kann natürlich auch von Männern benutzt werden. Außerdem kann man sich den Safety Rasor auch wunderbar mit dem Partner teilen und statt zwei Rasierern, hat jeder nur eine eigene Klinge für den gemeinsamen Rasierer - besonders gut ist dafür das Butterfly-Modell geeignet, bei dem man die Klingen am bequemsten auswechseln kann.

Schneidet man sich mit dem Rasierhobel öfter als mit einem konventionellen Rasierer?

Generell würde ich sagen Nein, ich bin aber auch ein Tollpatsch und habe mich schon mit dem konventionellen Rasierer häufig geschnitten. Letzten Endes habt ihr eine scharfe Rasierklinge in der Hand (egal ob mit dem Safety Rasor oder einem konventionellen Rasierer) und bisschen Aufpassen ist schon gefragt - gerade wenn ich die Klinge frisch gewechselt habe und sie damit besonders scharf ist, schneide ich mich ab und zu. Mir passiert das dabei immer an der gleichen Stelle - dem Fußgelenk - und immer nur aus Unachtsamkeit und "Schnell Schnell".
Ich kann euch am Anfang empfehlen euch etwas Zeit zum Rasieren zu nehmen und es vielleicht auch außerhalb der Dusche zu machen - bei den Beinen zum Beispiel auch sitzend, weil ihr dann einfach besser seht. Aber ich will hier auch niemandem Angst machen: meine Schnitte waren super klein und taten wirklich gar nicht weh. Ihr werdet merken, es kehrt schnell eine Routine ein.

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