Die besten Tipps gegen Lebensmittelverschwendung bei dir zuhause

07. Oktober 2020

Lesezeit: ~ 4min

Laut der Welthungerhilfe werden jedes Jahr rund 1,3 Milliarden Tonnen Essen weggeschmissen und dabei machen wir Endverbraucher*innen 69% der Lebensmittelverschwendung aus. Das ist einerseits ziemlich mies, andererseits bedeutet es aber auch, dass wir Lebensmittelverschwendung zu großen Teilen selbst in der Hand haben. Ich habe euch schon erzählt, wie ihr selbst zum Lebensmittelretter werden könnt, aber heute gehen wir nochmal einen Schritt zurück, zu uns allen nachhause: heute gebe ich euch meine Tipps, wie ihr bei euch zuhause vermeiden könnt, dass Lebensmittel weggeschmissen werden.

Allgemeine Tipps

Verarbeiten & einfrieren

21% der Lebensmittelverschwendung in Privathaushalten entsteht durch zu groß bemessene Portionen, es ist ja auch verdammt schwer richtig zu planen, wie viel jeder isst. Aber das ist kein Problem, denn so ziemlich jedes Lebensmittel kann eingefroren werden! Einfach das Gericht fertig zubereiten und ab ins Kühlfach damit. Wenn das nächste mal nicht so viel Zeit zum kochen ist, gibt es statt der Aufbackpizza einfach leckere Reste vergangener Mahlzeiten.

Aufbrauchen-Liste

Mein Freund und ich führen eine "Aufbrauchen-Liste" - eine Art To-Do Liste nur für Lebensmittel, die weg müssen. Darauf notieren wir Lebensmittel, die wir bald verbrauchen müssen, so haben wir sie auf dem Schirm und überlegen, was wir daraus machen können. Meistens stehen auf der Liste Gemüse, Obst und Dinge die bereits abgelaufen, aber noch gut sind. Manchmal fügen wir aber auch Lebensmittel hinzu, die schon lange im Vorratsregal stehen.

Eine schlaue Kühlschrank-Ordnung

Neben der Aufbrauchen-Liste, macht auch eine schlaue Ordnung im Kühlschrank Sinn: Lebensmittel, die bald aufgebraucht werden müssen, könnten zum Beispiel ihr eigenes Abteil im Kühlschrank bekommen. Oder die neuen Lebensmittel werden konsequent hinter die Älteren gestellt, sodass erstmal zu diesen gegriffen wird.

Vergiss das Mindesthaltbarkeitsdatum

Fast die Hälfte aller Lebensmittel, die wegen eines abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum weggeschmissen werden, landen ungeöffnet im Müll. Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum meines erachtens nach totaler Quatsch, denn es sagt nur aus, wie lange ein Lebensmittel mindestens exakt die Eigenschaften hat, die der Hersteller verspricht. Für den Hersteller ist es schlau das MHD möglichst niedrig anzusetzen, denn statt den abgelaufenen Lieblings-Joghurt zu essen geht der/ die Verbraucher*in einfach nochmal in den Supermarkt und kauft das gleiche Produkt nochmal. Die meisten Lebensmittel sind viel länger haltbar und genießbar, als das MHD verspricht, also gilt immer: Öffnen, genau anschauen, riechen, schmecken!

Backwaren

Die meisten Lebensmittel die weggeschmissen werden, sind Backwaren. Deswegen will ich auf diese nochmal etwas detailierter eingehen:

  • Wenn ihr Backwaren richtig verpackt, dauert es länger bis sie austrocknen. Am besten nehmt ihr eine Luftdichte-Box, Bienenwachstücher oder eine alte, saubere Plastiktüte.
  • Brötchen und Brot lassen sich wunderbar einfrieren und bei Bedarf auftauen. Mein Brot lasse ich mir immer vom Bäcker in Scheiben schneiden und taue es dann Scheibenweise (mit dem Toaster) auf. Brötchen lassen sich einfach aufbacken oder ihr legt sie etwas früher raus/ auf die Heizung.
  • Auch euer altes, hartes Brot gehört nicht in den Müll, daraus lassen sich noch leckere Dinge machen, z.B. Croutons oder Semmelknödel.

Obst & Gemüse

Auch Obst und Gemüse werden immer gerne schlecht, aber auch hier gibt es Lösungen für mehr leckeres Essen und weniger Müll:

  • Karotten könnt ihr direkt nach dem Kaufen in einer mit Wasser gefüllten Box in den Kühlschrank stellen, so bleiben sie länger frisch. Aber auch wenn die Karotten schon schrumplig sind, kann Wasser helfen: einfach eine Weile in eine Wasserbox oder ein Glas stellen und die Karotten werden wieder knackig.
  • Bei Kartoffeln und anderem Knollengemüse solltet ihr die Erde nicht abwaschen, sondern bis ihr sie verarbeiten möchtet dranlassen, so halten sie sich länger.
  • Salat und Kräuter wasche ich immer einmal kalt ab und lege sie dann feucht in einer Box, einem Stoffbeutel oder einem Bienenwachstuch in den Kühlschrank.
  • Wenn ihr mal zuviele Zitronen, Limetten oder Orangen gekauft habt, presst sie einfach aus und friert den Saft in einer Eiswürfelform ein. Die Eiswürfel könnt ihr dann für Wasser mit Geschmack oder Limonaden nutzen. Gleiches funktioniert übrigens auch mit anderen Flüssigkeiten.
  • Beeren und Trauben könnt ihr bevor sie schlecht werden ins Gefrierfach packen und zu einem späteren Zeitpunkt verwerten. Beides bietet sich auch als Eiswürfelersatz an.

Milch-Produkte

Bei tierischen Produkten finde ich es immer besonders ärgerlich, wenn etwas schlecht wird, da diese in der Herstellung besonders schlecht fürs Klima sind. Also auch hier ein paar Tipps - die aber auch auf die pflanzlichen Äquivalente angewandt werden können:

  • Sowohl Milch, als auch Sahne lassen sich wunderbar einfrieren, z.B. in Schraubgläsern. Einfach in geeigneten Portionen ins Schraubglas füllen und dabei oben 1-2 cm Platz lassen - weil sich die Flüssigkeit ausdehnt - und ab ins Gefrierfach.
  • auch bei Butter oder Margerine ist es immer meine erste Amtshandlung nach dem Einkaufen sie in 2-4 Stücke zu schneiden und alle außer einem einzufrieren.
  • Käse solltet ihr lieber am Stück als in Scheiben oder gerieben kaufen, so ist er (im Kühlschrank) deutlich länger haltbar.

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