Rømø - Reisetagebuch

06. Oktober 2016

Ende September war ich mit meiner Mutter und meinem Freund für eine Woche in Dänemark, nur dieses mal nicht wie so oft in Henne Strand sondern auf der Insel Rømø. Aber natürlich habe ich noch mehr Bilder und auch einige Erfahrungen mitgebracht, die ich heute mit dir teilen möchte.
Montags ging es mit dem Auto von Hamburg nach Dänemark, dort gibt es inzwischen eine Grenzkontrolle, die aber die Fahrt kaum verzögert. So waren wir in gut dreieinhalb Stunden auf Rømø und konnten unser Ferienhaus beziehen. In Dänemark ist es recht gängig in Ferienhäusern Urlaub zu machen und ich finde es immer wieder sehr schön. Ich war dort nun schon öfter, aber auf die Inseln hat es mich noch nie verschlagen. Rømø ist zwar eine Insel, hat aber eine Verbindung zum Festland - einen für Autos befahrbaren Damm - was ziemlich praktisch ist, da man nicht auf der kleinen Insel festsitzt.

An den ersten Tagen haben wir erstmal die Insel erkundet. Wir haben in Havneby gewohnt, einem kleinen Dorf mit Hafen, an dem auch die Syltfähre abfährt. Unser Ferienhaus war also auf der Seite der Insel, an der es vor allem Wattenmeer gibt. Bei Flut stehen die Wiesen unter Wasser und bei Ebbe grasen dort Schafe. Also alles sehr idyllisch und die Schafe waren richtig süß.
Ans "richtige" Meer konnte man aber auch fahren und zwar an verschiedenen Stellen. Ein großer Teil des Strandes wird zum Kitebuggy fahren verwendet, da er sehr groß und weitläufig ist. Etwas weiter die Insel nach oben ist der Strand dann etwas kürzer und eher für Fußgänger. Der einzige negative Punkt dort war, dass der Strand von Autos befahren wird. Viele fahren bis direkt ans Wasser und das stört für mich den Einklang mit der Natur, den ich normal am Meer so liebe. Außerdem ist der Strand durch den ständigen Autoverkehr total platt gefahren und viel Müll liegt dort auch rum. In einem Spaziergang von ungefähr einer halben Stunde haben mein Freund und ich so viel Müll gesammelt, dass wir ihn nichtmehr zu zweit tragen konnten. Das meiste davon sah verdächtig nach Campingsachen aus, wir haben mindestens fünf Zeltheringe gefunden.

Durch die Verbindung zum Festland kann man auch dort einige Ausflüge unternehmen. Die nächste Stadt hinter dem Damm ist Skaerbaek, dort waren wir allerdings nur zum Einkaufen und um meinen Freund am Bahnhof abzuholen. Viel schöner ist das etwa 40km entfernte Ribe. Eine wunderschöne, alte Kleinstadt - ich glaube es ist sogar die älteste Stadt Dänemarks - mit einem interessanten Kirchturm auf den man für gerade mal 20 Kronen (ca 3€) auch hoch kann.
Einen weiteren Tagesausflug haben wir nach Esbjerg gemacht, eine größere Stadt in der man vor allem gut Shoppen gehen kann. Ich bin ein großer Fan von dänischem Design und dort gibt es doch recht viele Läden, die es in Deutschland nicht gibt. Man fährt von Rømø nach Esbjerg schon gut eine Stunde, aber es lohnt sich definitiv.

Ein typisch dänisches Essen ist vor allem der gute alte Hot Dog, davon habe ich dort natürlich zu genüge gegessen. Die Qualität schwankt dabei von Kiosk zu Kiosk ziemlich, aber alles in allem bin ich schon ein großer Hot Dog Fan.
Was Dänen auch wirklich gut können ist Backen, vor allem die süßen Teilchen sind immer grandios. Es gibt viel Gebäck mit Blätterteig, Creme und Marmelade. Æble Stang - ich hoffe man schreibt das wirklich so - ist mein absolutes Lieblingsgebäck. Außerdem haben wir auf der Insel ein tolles Cafe entdeckt, das so genannte Hattesgaard. Es war in einem sehr urigen Bauernhaus mit wunderbarem Kuchen und interessanten Tee- und Kaffeesorten.
Was natürlich auch immer geht ist ein Softeis, am besten mit Schokostreuseln außenrum.

Zu guter letzt möchte ich noch vom Kerzen ziehen erzählen. Schon als Kind fand ich es immer super cool, dass man in Dänemark in sehr vielen Läden Kerzen ziehen kann. Dort stehen dann große Kessel mit verschiedenen Farben von flüssigem Wachs. Für gerade mal 4 Kronen haben wir uns zwei Kerzen Dochte gekauft, diese werden dann an einem Brett eingefädelt und schon kann es losgehen. Ich finde Kerzen ziehen immer sehr entspannend: eintauchen, trocken lassen, wieder eintauchen, ... Eine tolle Beschäftigung für verregnete Tage.
Meine Kerzen wurden dieses mal weit schöner, als alle die ich früher als Kind gezogen habe - wahrscheinlich weil ich der Versuchung widerstanden habe einfach mal alle Farben auszuprobieren. Zwei der Kerzen wurden komplett weinrot und zwei andere haben noch einen schwarzen Mantel um das Rot bekommen, sodass das tiefe Rot erst beim anbrennen zum Vorschein kommt. Gezahlt haben wir am Ende ungefähr 50 Kronen für die vier Kerzen - was weniger als 10€ sind.