Wie es ist ein Blogger zu sein

26. April 2016

Bevor ich angefangen habe zu bloggen, hatte ich ein ziemlich genaues Bild von Bloggern, das ich mir mit der Zeit und mit den Blogs, die ich gelesen habe so gebildet habe. Für mich war die Bloggerwelt wie die glitzernde, funkelnde Welt Reicher Menschen: unnahbar. Die Menschen hinter den Blogs, die ich las kamen mir so perfekt vor: wunderschön, glücklich vergeben und makellos. Außerdem schienen die meisten recht viel Geld zu haben oder auch mit dem Blog zu verdienen. Und die Bloggerwohnungen sahen auf den Bildern immer so aufgeräumt und steril weiß aus, das Essen besonders liebevoll zubereitet und immer sehr gesund. Ich könnte jetzt sicher noch weiter damit machen Bloggervorurteile aufzuzählen, ihr kennt sie wahrscheinlich alle.
Mit der Eröffnung meines Blogs gehörte ich dann plötzlich zu dieser funkelnden Welt und habe festgestellt, dass sie gar nicht so sehr funkelt.
Ich bin durchs Bloggen weder hübscher noch reicher geworden. Man könnte fast sagen ärmer, zumindest an Zeit.

Aber wie ist es nun eigentlich wirklich, ein Blogger zu sein?

Als ich damit angefangen habe zu bloggen, wusste ich noch gar nicht so wirklich, was mich da alles erwartet und das sind sowohl viele tolle Dinge, als auch negative und Vorurteile.
Man könnte schon sagen, dass in der Bloggerwelt ein harter Konkurrenzkampf wütet, es werden Klicks und Leser gezählt und wer weniger davon hat ist auch weniger wert. Was für mich einer der großen Gründe ist, nicht die gängigen Blogger Gadgets für Leser anzubieten, sondern selbst ein paar Buttons zu entwerfen. Auf den ersten Blick sieht man nicht, wie viele Leute meinem Blog folgen und das ist auch gut so, schließlich hat das nichts mit der Qualität zu tun oder?
Auf der anderen Seite habe ich durch das bloggen schon viele interessante Kontakte geknüpft. Vielleicht erinnerst du dich ja, dass ich sogar mal eine Bloggerin, nämlich KiSa, für ein Wochenende besucht habe und auch Lili von "FightDreamLoveHope" habe ich schon persönlich kennenlernen dürfen. Ich weiß, zwei Stück sind nicht besonders viele, aber es gäbe noch einige mehr, die ich mal gern treffen würde. So eröffnet einem das Bloggen neue Freundschaften und Reiseziele. Zufälligerweise hat mir das Bloggen sogar meine erste Wohnung in Hamburg beschert, dank Lili habe ich nämlich meine ehemalige Mitbewohnerin kennengelernt.
Daneben ist Bloggen natürlich auch viel Arbeit, was aber durch Spaß an der Sache entschädigt wird. Ich blogge nicht aus einem besonderen Grund sondern einfach als Hobby und Zeitvertreib der mir Spaß macht. Außerdem wertet das bloggen mein Hobby der Fotografie sehr auf, hier kann ich meine Bilder zeigen, habe ein Publikum dafür und bekomme Meinungen und Kritik. Da ich mir das alles selbst beibringe ist das natürlich viel wert.

Viele meinen ein Grund zu bloggen sei, dass man kostenlose Produkte abstauben kann. Aber nichts auf dieser Welt ist kostenlos und ebenso sind es diese Produkte nicht. Die Firmen "schenken" uns Bloggern keine Dinge weil sie nett sind und Spaß daran haben, sondern um eine Gegenleistung zu erhalten: einen Blogpost. Und dieser kostet Zeit und Zeit ist in vieler Augen wiederum Geld. Aber solche Kooperationen sind natürlich nicht rein geschäftlich, mir machen sie immer viel Spaß. Man kann in neue Online Shops hineinschnuppern und tolle Produkte ausprobieren, die man vielleicht schon lange kaufen wollte, aber zum Beispiel nicht das Geld dafür hatte. Ich wollte zum Beispiel, wie ich euch schon berichtet habe, immer einen Print auf Acrylglas haben und jetzt hängt er endlich über meinem Küchentisch. So kann man sich eben auch Wünsche erfüllen, aber das wie schon gesagt, auch nicht ohne Gegenleistung.
Alles in allem sind Blogger in meinen Augen nicht so perfekt und unnahbar wie es manchmal wirken mag, ich habe meine Macken und diese sind auch okay: manchmal bin ich wirklich hässlich, oft laufe ich ungeschminkt rum, meine Wohnung ist nicht immer sauber, manchmal habe ich einfach keine Lust zu spülen und zickig bin ich obendrein auch noch gelegentlich.
Wie nehmt ihr die Bloggerwelt wahr? Seid ihr auch Blogger?