Dänemark Roadtrip - Reisetagebuch

11. September 2019

Lesezeit: ~ 7min

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In Dänemark habe ich viele schöne Urlaube meiner Kindheit verbracht. Die raue Nordsee, wunderschöne Dünenlandschaften und die leckeren Cremestangs aus der Bäckerei sind mir dabei am besten im Gedächtnis geblieben. Fast alle dieser Urlaube habe ich in der selben Ecke des Landes verbracht und so war die Neugier groß, auch den rest des Landes kennenzulernen. Nun haben mein Freund und ich einen zweiwöchigen Roadtrip durch das ganze Land gemacht, dabei jeden Tag spontan entschieden wo es hingeht, einige Nächte im Auto verbracht und viel viel erlebt. Heute möchte ich euch meine Eindrücke in einem Reisetagebuch mit euch teilen, euch erwartet: Unsere Reiseroute, meine Dänemark Highlights und alles zum Thema spontan Unterkünfte buchen und schlafen im Auto.

Unsere Reiseroute

Um eine ungefähre Route für den Roadtrip festzulegen habe ich im Voraus über Instagram und Pinterest recherchiert was es in Dänemark so alles zu sehen gibt und mir die Sehenswürdigkeiten auf Google Maps markiert. Letzten Endes haben wir vieles aber auch einfach spontan entschieden und entdeckt.
Als erstes sind wir die dänische Westküste entlang gefahren, hier fand ich die Natur mit schönen Dünenlandschaften, Heide und Nadelwäldern besonders toll. Wir haben ungefähr auf der Höhe von Esbjerg gestartet und sind die ganze Westküste auf kleinen Landstraßen entlang bis Skagen gefahren und haben immer wieder Station gemacht. In Skagen und Umgebung haben wir zwei Tage verbracht und sind dann an der Ostküste wieder gen Süden gefahren, hier haben wir allerdings nur in den Städten Aalborg und Aarhus Station gemacht und nicht so viel an der Küste. Dann ging es rüber auf die Insel Fyn, auf der wir aber auch nicht all zu viel Zeit verbracht haben. Und dann nach Sjælland, wo ich einige Sehenswürdigkeiten auf der Karte markiert hatte.
Weil es den Rahmen sprengen würde hier alles ausführlich zu schildern, möchte ich nach und nach einige Blogposts zu unserem Roadtrip veröffentlichen mit den schönsten Orten an der dänischen Westküste, Reisetipps für Dänemarks zweitgrößste Stadt Aarhus und meine Highlights der Insel Sjælland. Ihr könnt also noch auf einiges gespannt sein!
Um die Route ein bisschen nachvollziehen zu können (& als Erinnerung für mich), habe ich eine Karte gebastelt und reingemalt, wo wir ungefähr entlang gefahren sind:

Danke an OpenStreetMap für die zugrundeliegende Karte

Meine Dänemark Highlights

Ich möchte meinen noch kommenden Blogposts nicht zu viel vorwegnehmen, aber das hier ist trotzdem ein Reisetagebuch und meine Dänemark Highlights dürfen einfach nicht fehlen. Also gibt es jetzt meine Top 3 der Orte, die mir auf unserem Roadtrip am besten gefallen haben:

Rubjerg Knude Fyr

Das Rubjerg Knude Fyr ist ein Leuchtturm, der mitten in einer Wanderdüne steht. Wir haben uns dort ein bisschen gefühlt wie in der Wüste und der Ort war landschaftlich unheimlich interessant.

Møns Klint

Møns Klint ist eine sehr hohe Steilküste auf der Insel Sjælland, die sehr stark an die Kreidefelsen auf Rügen erinnert. Auf dem Steinstrand hat sich außerdem ganz entspannt eine Robbe ausgeruht, die erstaunlicherweise nicht besonders menschenscheu war.

Nationalpark Thy

Der Nationalpark Thy ist ein recht großer Nationalpark an der Westküste mit sehr märchenhaften Nadelwäldern, Heideflächen und schönen Stränden. Im Wald haben wir dort super viele Schmetterlinge und Tiere entdeckt und die frische Luft genossen.

Random Dänemark Facts

Außerdem möchte ich noch ein paar Random Facts mit euch teilen, was uns an Dänemark so alles positiv oder negativ aufgefallen ist:

  • es gibt unheimlich viele öffentliche Toiletten, die meistens auch sauber sind und nie Geld kosten
  • man zahlt fast nie Parkgebühren und wenn dann sind es fancy moderne Parksysteme
  • selbst an den abgelegensten Orten gibt es in der Regel LTE
  • es ist schwierig (in Restaurants) an vegetarisches Essen zu kommen und wir haben es oft nicht geschafft
  • das Land ist dünn besiedelt und gerade im Westen gibt es viel schöne (und nicht landwirtschaftlich genutzte) Natur
  • die Auswahl an süßen Gebäcken in den Bäckereien ist riesig und alles schmeckt super lecker

Spontane Unterkünfte & schlafen im Auto

Außer dem Mietwagen haben wir für unseren Dänemark-Roadtrip nichts im Voraus gebucht. Damit diese Spontanität möglich ist und wir auch mal ohne eine Unterkunft auskommen, haben wir uns eine Luftmatratze fürs Auto bestellt - für ca. 90 € auf Amazon1 - die super in den von uns gemieteten Opel Zafira gepasst hat. Letztenendes haben wir 5 Nächte im Auto verbracht und die restlichen in Unterkünften die wir jeweils am gleichen Tag gebucht haben.

Übernachten im Auto

Wir sind mit dem Auto einmal auf dem Campingplatz gewesen, die restlichen Nächte haben wir „wildgecampt“. In Dänemark ist wildcampen nicht erlaubt, wird aber in der Regel geduldet, solange man kein „Camping-Verhalten“ zeigt, also keine Stühle draußen aufstellt, Campingkocher benutzt, ... Wir hatten keine Probleme damit und es scheint eine ziemliche Grauzone zu sein, da wie in Deutschland auch das Schlafen im Auto "zur Widerherstellung der Fahrtüchtigkeit" erlaubt ist. Campingplätze fanden wir mit ca. 200 Kronen (etwa 30 €) pro Nacht verhältnismäßig sehr teuer, dafür dass außer einem Stellplatz und der Toilettennutzung nichts inklusive war.
Zur Suche von geeigneten Parkplätzen zum Schlafen haben wir die App „park4night“ verwendet - die ich auf Instagram durch @juliaslieblinge entdeckt habe. In der App sind europaweit viele Parkplätze eingezeichnet und damit ist es auch gut möglich etwas abgelegenere Parkplätze in der Natur zu entdecken, was wir immer besonders toll fanden. Wir sind die Parkplätze nach Möglichkeit immer angefahren bevor es dunkel wurde und haben unser „Bett aufgebaut“. Dafür mussten wir nur unser Gepäck auf die vorderen Sitze packen, die Rückbank umlegen und die Luftmatratze aufpumpen. Damit das Ganze etwas wohnlicher ist, hatte ich noch eine schöne Lichterkette im Kofferraum aufgehängt. Insgesamt war es etwas eng im Auto, aber auch sehr gemütlich und eine schöne Erfahrung. Zwischendurch mal eine "richtige Unterkunft" zu haben war aber auch wirklich gut.

Spontane Unterkünfte

Unsere Unterkünfte haben wir meistens spontan am gleichen Tag gebucht, weil erst dann absehbar war, wo wir gerne die Nacht verbringen möchten. Gebucht habe ich sie dann immer über booking.com. Wir hätten auch nichts gegen private Unterkünfte gehabt, aber mit Airbnb war diese Spontanität einfach nicht möglich. Trotz booking waren die Unterkünfte aber in den seltensten Fällen richtige Hotels und meistens sehr günstig. Dabei waren zum Beispiel: Ferien auf dem Bauernhof, ein wunderschönes Bed & Breakfast mitten in der Natur oder eine kleine Hütte auf einem Campingplatz. Hier und da hatten wir mit den Unterkünften zwar ein paar nicht so gute Erlebnisse - manche Unterkünfte kommen mit der Spontanität wohl nicht so gut klar - aber in der Regel hat das immer richtig gut geklappt. Insgesamt haben wir (zu zweit) für 8 Nächte in verschiedenen Unterkünften 614 € bezahlt.

CO2 Kompensation

Möglichst nachhaltig zu Reisen ist mir ein großes Anliegen und auch wenn eine Reise mit dem Auto nicht ganz so schlimm ist wie eine Flugreise, weiß ich, dass sie dennoch nicht gut fürs Klima ist. Aber ich möchte mich nicht rechtfertigen, denn ich gebe mir immerhin Mühe und bin reflektiert über meine Auswirkungen auf das Klima. Ich habe mich für eine weniger ökologische Variante des Reisens entschieden und da ich das dabei entstandene CO2 nicht zurücknehmen kann, finde an dieser Stelle wenigstens eine CO2 Kompensation sinnvoll.
Insgesamt haben wir auf unserem Roadtrip 2.460 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt. Im Durchschnitt dürfte das Auto einen Benzin-Verbrauch von ungefähr 8 Liter/100km gehabt haben. Myclimate - die Kompensationsorganisation meiner Wahl - errechnet dafür eine CO2-Menge von 0.716 Tonnen. Die Kompensation dafür kostet uns 18 € - die nun in ein Aufforstungsprojekt in Nicaragua fließen.
Noch mehr zum Thema CO2 Kompensation - verschiedene Organisationen, Tipps und meine Meinung zum Thema - könnt ihr in meinem Blogpost "Alles was du über CO₂ Kompensation wissen solltest" erfahren.

Zusammenfassung unserer Ausgaben

Bei so einem Roadtrip haben wir schnell aus dem Blick verloren, wie viel uns das Ganze überhaupt kostet. Im Vorraus haben wir nur die Preise für den Mietwagen und die Luftmatratze fürs Auto gewusst und während dem Urlaub ist alles so dahin geplätschert. Ich fand des deswegen nochmal spannend ein bisschen zu reflektieren, was uns der Urlaub (pro Person) gekostet hat:

  • 298 € für den Mietwagen (Opel Zafira)
  • 123 € für Benzin für insgesamt 2.460 km Gesamtstrecke
  • 307 € für verschiedene Unterkünfte (8 Nächte)
  • 15 € für eine Nacht auf dem Camping Platz
  • 45 € für die Luftmatratze fürs Auto
  • 9 € als Kompensation für insgesamt 0.716 t CO2

Das wären insgesamt ca. 800 € pro Person für 13 Tage Urlaub. Essen habe ich jetzt nicht mitgerechnet, da es ziemlich schwierig wäre das alles zusammenzurechnen und noch herauszufinden - da wir teilweise mit Bargeld und mit unseren zwei verschiedenen Kreditkarten bezahlt haben. Generell fanden wir Essen in Dänemark recht teuer und vielleicht wäre es schlauer gewesen öfter mal etwas selbst zu kochen und weniger Essen zu gehen - aber im Urlaub kann man sich ja auch mal was gönnen.

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