Harz - Reisetagebuch

19. Februar 2020

Lesezeit: ~ 5min

Letztes Wochenende sind mein Freund und ich ziemlich spontan in den Harz gefahren. Vor 2 Jahren waren wir schon mal für ein Wochenende dort und fanden es so schön, dass wir unbedingt nochmal hin wollten - und auch einige Orte erkunden, die wir noch nicht kannten. Diesesmal haben wir uns für zwei Nächte ein Hotel in Wernigerode, einer schönen Altstadt am Fuße des Brockens, gebucht. Ausnahmsweise waren wir mit einem Mietauto (statt dem Zug) unterwegs, was daran lag, dass die ganze Urlaubsidee daraus entstand, dass mein Freund am Freitag Morgen einen beruflichen Termin in der Nähe hatte. Da der Termin früh morgens war und an einem eher abgelegenen Ort, wäre er ohne Auto nicht hingekommen. Also dachten wir uns, wenn er die Strecke sowieso fahren muss, machen wir wenigstens zu zweit ein ganzes Wochenende draus - das lohnt doch deutlich mehr, als für einen 3 stündigen Termin soweit mit dem Auto zu fahren.

Tag 1: Braunschweig & Quedlinburg

Vor seinem Termin hat mein Freund mich in Braunschweig rausgeschmissen, damit ich mir die Stadt anschauen und ausgiebig Frühstücken kann während er arbeitet. Braunschweig ist eine Stadt, die ich nie wirklich auf dem Schirm hatte, die aber ein paar ganz schöne alte Gebäude und einen super tollen Unverpacktladen hat. In Braunschweig war ich in einem süßen Café namens Cafe Emmelie frühstücken. Das war das erste Mal, dass ich so richtig alleine Essen war und es hat sich total komisch angefühlt - deswegen möchte ich das zukünftig häufiger machen und “üben”, weil ich der Meinung bin, dass es nicht komisch sein sollte, alleine zu essen. Danach bin ich etwas durch die Innenstadt geschlendert, habe in einem Oxfam Laden in Second Hand Büchern und Kleidern gestöbert, mir den Dom angeschaut und bin schließlich noch zum Unverpacktladen “Wunderbar Unverpackt” gelaufen. Der Unverpacktladen ist übrigens sehr empfehlenswert - ich war total begeistert, dass es dort sogar eine Käsetheke mit frischem Käse und Tofu gab und die Auswahl an anderen Sachen war auch riesig. Als mein Freund mit seinem Termin fertig war, hat er mich wieder in Braunschweig eingesammelt und wir sind weiter in den Harz gefahren. In die schöne Stadt Quedlinburg, einer wunderschönen Altstadt, die sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde. Dort sind wir einfach ein bisschen durch die schöne Altstadt mit ihren engen Straßen und Fachwerkhäusern geschlendert und haben dann noch den Blick vom Schlossberg auf die Stadt genossen.

Tag 2: Brocken

Das klassischste Ausflugsziel im Harz ist wahrscheinlich der Brocken - mit 1141 m der höchste Berg im Harz. Wir sind bis Schierke - das Dorf, das am weitesten oben am Brocken liegt - mit dem Auto gefahren und dort auf die Brockenbahn, eine alte Schmalspur-Eisenbahn, umgestiegen. Zum Wandern waren uns die Wetterverhältnisse zu schlecht, denn ab 16 Uhr gab es eine Warnung des deutschen Wetterdienstes wegen Sturm und außerdem lagen schon in Schierke noch ca. 10 cm Schnee - für nicht so geübte Wanderer also nicht gerade die besten Bedingungen. Die Brockenbahn war zwar ziemlich teuer, aber trotzdem ein Erlebnis, denn wir sind mit dieser alten Eisenbahn durch das wunderschöne Winterwunderland mit jede Menge Schnee gefahren und konnten einige schöne Aussichten genießen. Auf der Spitze des Brocken war es unheimlich windig und spannend zu beobachten, wie immer wieder Wolken über die Spitze kamen. Später war es dann aber komplett sonnig und wir hatten eine wirklich gute Sicht. Wir sind einmal um die Spitze gelaufen und haben uns alles angeschaut, dann sind wir noch ca. 1 km nach unten gelaufen - bis dort wo ein nicht befestigter Weg losging und es dann doch zu viel Schnee war. Dann sind wir wieder hochgelaufen und haben uns entschieden, doch auch auf dem Rückweg die Bahn zu nehmen. Obwohl wir weder hoch- und runtergewandert sind, hatte ich am Ende des Tages trotzdem über 10 km auf meinem Schrittzähler - wahrscheinlich, weil wir oben auf dem Brocken ein gutes Stück gelaufen sind und auch die Bahnstation nicht direkt in Schierke sondern ca. 1-2 km bergaufwärts liegt. Am Abend haben wir dann noch die Sauna unseres Hotels ausgekostet, um uns wieder ordentlich aufzuwärmen und etwas zu entspannen, und waren in Wernigerode essen.

Tag 3: Schloss Wernigerode & Hochmoor Torfhaus

Am Sonntag war dann auch schon unser letzter Tag im Harz und wir waren sehr froh, dass wir den Brocken schon am Vortag abgehakt haben, denn inzwischen war es auch im Tal super windig. Deswegen ging es Sonntag nicht sehr hoch hinaus, sondern nur auf den Agnesberg, wo es einen tollen Ausblick auf das Schloss Wernigerode gibt. An dem Wanderweg mochte ich außerdem sehr, dass anders als auf dem Brocken, echt nicht viel los war und wir die Natur - einen schönen Wald - komplett für uns hatten. Weil wir neben dem Wind immer noch strahlenden Sonnenschein hatten, haben wir uns dann entschieden noch einmal über die Berge rüber nach Torfhaus zu fahren. Dort waren wir bei unserem letzten Harz-Urlaub und fanden das Hochmoor in der Nähe wirklich toll. Durch das Moor führt ein Holzsteg und mit Schnee bedeckt war das Moor auch ein echter Hingucker und wir hatten es ganz für uns alleine. Auf dem Heimweg haben wir dann noch am Radau Wasserfall gehalten und in der super urigen und authentischen Gaststätte dort noch etwas gegessen.

Mich hat der Harz an diesem Wochenende wieder ziemlich begeistert und wir wollen definitiv nochmal dorthin. Zum Beispiel habe ich gehört, dass das Bodetal wunderschön zum wandern sein soll. Außerdem würden wir doch gerne mal den Brocken bezwingen - am besten aber ohne Schnee und Sturm.