Werbepost loswerden für die Umwelt - so geht's

25. September 2019

Lesezeit: ~ 6min

Jedes Jahr fallen in deutschen Haushalten etwa 33 kg Papiermüll allein durch Werbung an. Und diese Zahl wundert mich ehrlich gesagt auch nicht besonders, denn neben einem großen Stapel "Einkauf Aktuell" mit Prospekten aller möglicher Discounter und Supermärkte flattert auch noch Werbung von allen möglichen Läden, in denen man mal eingekauft hat ins Haus. Aber das muss nicht so sein und es ist sogar ziemlich einfach dem Ganzen ein Ende zu setzen! Also nehmt euch einmal ein paar Minuten Zeit, befolgt die Tipps in diesem Post und stoppt damit die unnötige Rodung einiger vieler Bäume (& das nervige Werbung in den Müll getrage).

"Keine Werbung"-Aufkleber

Eine sehr einfache Methode um gegen unerwünschte Werbung im Briefkasten vorzugehen ist ein "Keine Werbung"-Aufkleber, noch effektiver ist ein "Keine Werbung und kostenlose Zeitungen"-Sticker, da dieser noch mehr ungefragte Einwurfwerbung verhindert. Solche Sticker gibt es zum Beispiel kostenlos von letzte Werbung bei verschiedenen Läden in Deutschland oder auch zum online bestellen für gerade mal 2€. Ihr könnt euch aber auch einfach selbst einen Sticker gestalten (geht auch mit einem Programm wie Word), auf normalem Papier ausdrucken und mit Klebstreifen an den Briefkasten hängen.

Was tun, wenn der Sticker missachtet wird?

In den meisten Fällen wird sich die Post an den Sticker halten, denn wenn ihr nicht direkt an euch adressierte Werbung trotz "keine Werbung"-Sticker erhaltet, ist das ein Bruch des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (§7 Abs. 1 oder Abs. 2 Nr. 1 UWG). Ich bin natürlich kein Jurist und das hier wird keine Rechtsberatung - das überlasse ich lieber den Profis -, aber ich möchte euch ein paar Vorschläge geben, wie ihr mit der Situation umgehen könnt, wenn euer Sticker missachtet wird. Mir ist es selbst so ergangen, dass ich Monate lang immer wieder Werbung trotz Sticker bekommen habe und die folgenden Vorschläge basieren daher auf meinen eigenen Erfahrungen und viel Recherche.

  1. Zunächst könnt ihr den Unternehmen die Chance geben, das Problem zu lösen. Ich habe dafür eine E-Mail an alle Unternehmen deren Prospekte ich erhalte, sowie der Deutschen Post geschrieben:

    "Trotz "Keine Werbung"-Sticker an meinem Briefkasten erhalte ich wöchentlich in einem großen, in Plastik verpackten Bündel "Einkauf Aktuell"- Werbung von Ihnen. Es handelt sich dabei um unerwünschte Werbung, die ich wie am Briefkasten gekennzeichnet ausdrücklich nicht erhalten möchte! An dieser Stelle liegt ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (§ 7 Abs. 1 oder Abs. 2 Nr. 1 UWG) vor.
    Ich bitte Sie hiermit ausdrücklich, in Zukunft keine Werbung mehr in meinen Briefkasten zu schmeißen. Sollte es nochmal vorkommen, dass ich Werbung von Ihnen erhalte, behalte ich mir rechtliche Schritte vor."

    Ihr müsst die Mail natürlich auf eueren Fall anpassen - aber so bekommt ihr schonmal eine Idee, was ich meine. Eine solche Mail müsst ihr nicht schreiben, es ist aber ein nettes Entgegenkommen und ihr gebt den Unternehmen damit die Chance das Problem ohne großen Stress zu lösen. (Vergesst übrigens nicht eure Adresse anzugeben, damit die Unternehmen die Anfrage auch richtig bearbeiten können!)
  1. Der Verein "Letzte Werbung" setzt sich dafür ein, die Briefpost endlich zu reduzieren und geht insbesondere gegen Einkauf Aktuell vor. Dafür hat letzte Werbung einen "Verstoß-Melder", wo ihr melden könnt, dass ihr trotz Sticker Werbung bekommen habt.

  2. Auch wenn es ein Bruch eines Gesetzes ist, ist es vielleicht etwas too much, sofort einen Anwalt zu engagieren. Ich hätte mir aber gut vorstellen können, wenn ich einen Anwalt im Freundes- oder Bekanntenkreis gehabt hätte, diesen um den Gefallen zu bitten, den Unternehmen in meinem Namen zu schreiben, damit das Ganze schnell ein Ende findet. Wenn ihr eine gute Rechtsschutzversicherung habt könnt ihr euch auch so natürlich überlegen, ob ihr über einen Anwalt gehen möchtet.

Widersprechen mit Plastikpost

Letzte Werbung hat nicht nur den Verstoß-Melder sondern auch die Seite "Plastikpost" ins Leben gerufen. Damit möchte Letzte Werbung direkt gegen "Einkauf Aktuell" vorgehen, bisher haben fast 70.000 Haushalte der Sendung von Einkauf Aktuell widersprochen. Die Post hat den Widerspruch durch Plastikpost zwar noch nicht anerkannt, letzte Werbung möchte aber gegen sie vor Gericht ziehen. Es bleibt also spannend - ich persönlich würde den Sticker erstmal bevorzugen, da es in der Regel eine schnelle und effektive Lösung ist. Wenn ihr aus irgendwelchen Gründen aber nicht zum Sticker greifen könnt oder wollt, tragt euch unbedingt bei Plastikpost ein!

Firmen anschreiben

Neben unadressierter Werbung gibt es natürlich auch noch jede Menge Werbung von Firmen bei denen man irgendwann mal eingekauft hat und vergessen hat einen Haken rauszunehmen oder Ähnliches. Bei mir wäre das zum Beispiel Werbung von Yves Rocher und Hessnatur gewesen - Gutscheine, Kataloge, ... . Auch dafür geht natürlich jede Menge Papier drauf und wenn ihr uptodate über eine Marke bleiben wollt, könnt ihr euch auch einfach in den Email-Newsletter oder ab und zu mal auf deren Website vorbeischauen eintragen. Ich habe auch hier einfach eine Standard-Mail aufgesetzt und darin die Firmen nett darum gebeten mir keine weitere Werbung per Post zu senden. Das habe ich dann an alle geschickt und es hat auch gut funktioniert.

Robinsonliste

In die Robinsonliste könnt ihr euch kostenlos online eintragen und damit gegen unerwünschte Werbung schützen. Viele Unternehmen gleichen ihre Listen mit der Robinsonliste ab, bevor sie Werbung versenden. Hier könnt ihr nicht nur eure Adresse sondern auch die E-Mail Adresse und Telefon-Nummer angeben um auch keine lästigen Werbe-Anrufe und Mails mehr zu bekommen. Ich habe mich dort vor einer Weile registriert und kann ehrlich gesagt nicht wirklich sagen, ob sich dadurch etwas getan hat oder nicht. Die anderen Tipps, die ich euch hier gegeben habe, waren deutlich effektiver und einfacher nachzuvollziehen. Da die Robinsonliste kostenlos ist und das eintragen nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, kann es aber auch nicht schaden, sich hier zu registrieren.

Fazit

Es wirkt erstmal aufwändig, die Werbung loszuwerden, aber letzten Endes ist es im besten Fall nur: einen Sticker besorgen und aufkleben, euch in eine Liste eintragen und ein paar Mails an Unternehmen schreiben. Also vielleicht alles in allem eine halbe Stunde Arbeit. Wenn ihr schon alleine die Zeit dagegen rechnet, die ihr braucht um die Werbung ständig aus dem Briefkasten zu holen, in den Mülleimer zu schmeißen und dann den Müll rauszubringen, hat sich das auf jeden Fall schnell rentiert. Und etwas gutes für die Umwelt tut ihr damit auch!