Bärlauch Rezepte & Tipps zum Sammeln

01. April 2020

Lesezeit: ~ 6min

Wir befinden uns gerade Mitten in der perfekten Zeit um Bärlauch zu sammeln und zu genießen. Ich liebe es Wildkräuter zu sammeln und daraus leckeres Essen oder Kosmetik zu zaubern und der Bärlauch ist ein besonders leckeres und gesundes Wildkraut, aus dem sich viele verschiedene Rezepte machen lassen. Ich möchte euch hier jede Menge Tipps zum Bärlauch geben: Wie und wo ihr ihn am besten Sammeln könnt, wie ihr Bärlauch eindeutig erkennen könnt und wie ihr den geernteten Bärlauch dann länger haltbar macht. Außerdem gibt es dann noch meine drei Lieblingsrezepte mit Bärlauch: Bärlauch-Butter, Bärlauch-Schafskäsecreme und ein leckeres Bärlauch-Pesto.

Bärlauch sammeln

Die perfekte Zeit um Bärlauch zu sammeln ist im Mitte März bis Ende April. Ab Anfang Mai fängt Bärlauch an zu blühen, dann kann er zwar theoretisch immer noch gesammelt werden, zu empfehlen ist es aber nicht, da die Blätter dann faseriger werden und deutlich an Geschmack verlieren.

Wo finde ich Bärlauch?

Bärlauch kommt vor allem in Laubmisch- und Auenwäldern vor und liebt nährstoffreiche, lehmige Böden. Haltet also bei eurem nächsten Waldspaziergang mal die Augen offen, denn oft sind große Flächen des Waldbodens damit bedeckt.

Wie erkenne ich Bärlauch?

Es ist wichtig Bärlauch genau zu bestimmen, da er dem Maiglöckchen und der Herbstzeitlose recht ähnlich sieht - was beides hochgiftig ist. Ein paar Merkmale des Bärlauchs solltet ihr euch also auf jeden Fall merken, um euch sicher zu sein, dass es auch wirklich Bärlauch ist, was ihr da sammelt:

  • Geruch: am auffälligsten ist der typische Geruch - Bärlauch riecht nämlich sehr stark nach Knoblauch. Dafür könnt ihr ein Blatt einfach etwas in den Händen reiben und dann an den Händen riechen.
  • Blattunterseite: Bärlauch hat eine glänzende Blatt-Vorderseite, aber eine matte Blatt-Rückseite (die giftige Verwandtschaft ist auf beiden Seiten glänzend)
  • Wuchsform: im Gegensatz zum Maiglöckchen oder der Herbstzeitlose hat der Bärlauch immer nur ein Blatt pro Stiel. Das Maiglöckchen hat 2 Blätter pro Stiel und die Herbstzeitlose gar keinen Stiel.
  • Wurzel: die Wurzel vom Bärlauch ist eine Zwiebel, wenn ihr euch also immer noch unsicher seid, könnt ihr diese vorsichtig ein wenig freilegen und euch dadurch vergewissern, dass es tatsächlich Bärlauch ist.

Macht nicht den Fehler euch nur auf den Geruch zu verlassen, denn irgendwann werdet ihr während dem Sammeln sowieso den typischen Geruch an euren Händen haben und könnt die Blätter dann nicht mehr eindeutig darüber bestimmen. Es ergibt also durchaus Sinn, euch auch zumindest 1-2 der anderen Merkmale zu merken!

Wie ernte ich Bärlauch am besten?

In Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Bärlauch verboten, sammelt also nur an Stellen, wo es auch erlaubt ist! Wenn ihr an so einer Stelle seid und den Bärlauch richtig bestimmt habt, schneidet die Blätter mit einem scharfen Messer oder einer Schere ab. Nehmt außerdem nicht zu viel auf einmal, am besten nur 1-2 Blätter pro Pflanze, damit sie sich auch wieder erholen kann und es nächstes Jahr wieder Bärlauch gibt. Außerdem solltet ihr darauf achten, den Bärlauch nicht von einer Stelle zu ernten, wo es nur wenige Pflanzen gibt - Bärlauch bedeckt den Wald manchmal in ganzen Teppichen, das ist die perfekte Stelle zum Ernten, wo die Natur es auch gut verkraften kann.
In meinem Blogpost "Das solltest du beim Sammeln von Wildkräutern unbedingt beachten" findest du noch mehr Tipps und Regeln, was du beim Sammeln von Wildkräutern immer beachten solltest!

In ganz seltenen Fällen kann Bärlauch vom Fuchsbandwurm befallen sein (und mit selten meine ich: in Deutschland erkranken generell jährlich unter 50 Menschen am Fuchsbandwurm). Um auf Nummer sicher zu gehen solltet euch den Bärlauch gut anschauen, bevor ihr ihn mit nach Hause nehmt und achtet vor allem darauf, dass sich kein Tier-Kot an oder in der Nähe des Bärlauchs befindet.

Bärlauch haltbar machen

Vor der Verarbeitung solltet ihr den Bärlauch einmal gründlich waschen - ich habe das mit lauwarmem Wasser gemacht, wenn es zu heiß ist, kann er an Geschmack verlieren. Und dann könnt ihr ihn mit einer der folgenden Anleitungen länger haltbar machen:

Bärlauch-Paste

Wir haben unseren Bärlauch zu einer Paste verarbeitet, um ihn länger haltbar zu machen. Dafür haben wir die Blätter gemeinsam mit Olivenöl und einer Prise Salz im Mixer zerkleinert und dann Schicht für Schicht in ein Schraubglas gefüllt. Dabei solltet ihr darauf achten, dass keine Luft eingeschlossen wird und zwischen jeder Schicht einmal alles mit einem Löffel andrücken. Am Ende haben wird noch etwas mehr Öl darübergegeben, sodass alles ordentlich bedeckt ist. Jetzt könnt ihr den Bärlauch immer portionsweise entnehmen (& immer wieder mit Öl bedecken, wenn ihr etwas rausgenommen habt).

Einfrieren

Am längsten könnt ihr Bärlauch haltbar machen indem ihr ihn im Mixer zerkleinert und dann einfriert. Es bietet sich an ihn in Eiswürfelformen einzufrieren, damit ihr ihn später portionsweise auftauen könnt. Es geht aber natürlich auch in anderen, größeren Gefäßen wie Schraubgläsern.

Rezepte

Im Bärlauch sind viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten, zum Beispiel liefert Bärlauch dreimal so viel Vitamin C wie Orangen. Außerdem schmeckt er auch einfach sehr lecker (der Geschmack erinnert wie der Geruch an Knoblauch) und deswegen solltet ihr unbedingt ein paar Bärlauch-Rezepte ausprobieren. Generell könnt ihr Bärlauch zum Würzen von allen möglichen Gerichten verwenden, sehr passend finde ich ihn zum Beispiel zu Schafskäse oder aber auch in Suppen. Mit der Bärlauch-Paste habt ihr dafür die perfekte Grundlage, weil ihr auch einfach nur mal schnell einen Teelöffel oder ähnlich kleine Mengen entnehmen könnt. Außerdem habe ich noch drei Bärlauch-Rezepte für euch, die ich besonders lecker finde und die, meiner Meinung nach, sehr gut zum würzigen Geschmack des Bärlauchs passen:

Bärlauch-Schafskäsecreme

Zutaten

  • 180g Joghurt
  • 180g Schafskäse
  • 50g Sahne
  • 2 TL Bärlauch-Paste

Zubereitung

  1. Den Schafskäse in Würfel schneiden
  2. Alle Zutaten in den Mixer oder ein Gefäß für den Pürierstab geben
  3. alles ordentlich mixen, bis eine schöne Creme entsteht - kleine Stückchen, insbesondere vom Schafskäse sind ok
  4. abschmecken und je nach Geschmack mehr Bärlauch-Paste dazugeben
  5. am besten schmeckt die Creme mit Fladenbrot (oder einem anderen hellen Brot/ Brötchen)

Wenn die Creme zu fest ist, könnt ihr einfach noch mehr Joghurt oder Sahne hinzufügen. Wenn sie euch zu flüssig ist, ist mehr Schafskäse die richtige Wahl. Im Kühlschrank härtet sie aber auch noch etwas nach.

Bärlauch-Butter

Zutaten

  • 130g Pflanzen-Margarine
  • 1 TL Bärlauch-Paste
  • 2 Prisen Salz

Zubereitung

  1. Die Margarine im Wasserbad leicht erhitzen, sodass sie weich wird, aber nicht flüssig
  2. Bärlauch-Paste und Salz dazugeben
  3. mit einer Gabel gut vermischen
  4. Abschmecken und bei Bedarf noch mehr Bärlauch/ Salz dazugeben und erneut mischen
  5. die Butter in den Kühlschrank stellen, bis sie wieder etwas härter wird

Bärlauch-Pesto

Zutaten

Für 2-3 Portionen

  • 2 EL Bärlauch-Paste
  • 2 EL Olivenöl
  • 15g Sonnenblumenkerne
  • 15g Pinienkerne
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

  1. Pinienkerne und Sonnenblumenkerne in der Pfanne (ohne Fett) rösten
  2. alle Zutaten in den Mixer oder ein Gefäß für den Pürierstab geben und ordentlich mixen
  3. entweder gleich z.B. mit Nudeln essen oder das fertige Pesto in ein sauberes Glas füllen, mit Öl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren

Ihr könnt natürlich auch direkt aus dem frischen Bärlauch Pesto zubereiten, dann nehmt einfach ca. 1 Hand voll Bärlauch und etwas mehr Olivenöl und Salz.

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