Mein Kleidungskonsum 2019 und wie ich zukünftig noch weniger kaufen will

29. Januar 2020

Lesezeit: ~ 6min

Immer wieder lese ich diese Statistik "Deutsche Verbraucher kaufen im Schnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr" (Greenpeace) und da hat es mich doch ziemlich gefuchst, mir mal anzuschauen wie viele Kleidungsstücke ich so kaufe, da ich ja versuche wenig zu kaufen. In 2019 habe ich ein Konsumtagebuch geführt und außerdem die meisten Neukäufe auch in meiner Insta-Story gezeigt, daher war es ziemlich einfach für mich nachzuvollziehen, was ich gekauft habe. Also lege ich meine Karten einmal offen und zeige euch was ich gekauft habe und möchte dann auch ein bisschen analysieren und meine Schlüsse für die Zukunft daraus ziehen.

Kleidungskonsum 2019

Januar - März

  • Second Hand Blazer über ebay-kleinanzeigen
  • Rollkragen-Pullover von Armed Angels
  • rote Strumpfhose von thought
  • 1 Paar Socken von Albero
  • schwarze Chucks von Humana (Second Hand)
  • Mom Jeans von Armed Angels

April - Juni

  • Leinenkleid von Son de Flor
  • Second Hand Cashmir Pullover von Humana
  • Schwarzes Bralette, 2 Unterhosen & ein Basic T-Shirt von Organic Basics
  • Periodenunterhose von Ooshi
  • 4 Paar Socken von Albero

Juli - September

  • Nude Bralette von Organic Basics
  • rote Hose von Lanius
  • getönte Strumpfhose von Swedish Stockings
  • "Future will pay you back”-Shirt von tomorrow
  • Second Hand Kunstleder-Kleid über Zadaa
  • Second Hand Pailetten-Tasche über Zadaa
  • Brauner Second Hand Rock über Zadaa
  • rotes Leinen-Kleid über Zadaa (Second Hand)
  • Second Hand Samt-Blazer über Zadaa

Oktober - Dezember

  • Nude Top & 2 Unterhosen von Organic Basics
  • Graues Rollkragenshirt Second Hand über einen Insta-Sale
  • Weinroter Mantel von einem Flohmarkt (Second Hand)
  • schwarzer Rock vom Flohmarkt (Second Hand)
  • schwarze Ledertasche vom Flohmarkt (Second Hand)
  • schwarzes Rollkragen-Shirt vom Flohmarkt (Second Hand)
  • braune Vintage Jacke von einer Kleidertauschparty (Second Hand)

Zusammenfassung

Ich habe also insgesamt 35 Kleidungsstücke gekauft, wenn ich Unterwäsche (Bralettes, Unterhosen, Strumpfhosen und Socken) rausrechne, waren es 21 Kleidungsstücke. Alles war entweder Eco Fashion oder Second Hand, bei den Second Hand Sachen habe ich es euch immer dazugeschrieben. 40% waren Second Hand, bzw. wenn ich die Unterwäsche wieder rausrechne - weil ich Unterwäsche nie Second Hand kaufe - waren es 67%.

Analyse & was ich in Zukunft ändern will

Mit 35 Teilen liege ich zwar immerhin unter dem Durchschnitt, ich finde aber trotzdem, dass da noch Luft nach oben ist. Ich möchte noch weniger neu kaufen und mehr Second Hand und generell auf noch weniger als 35 Teile kommen. Ich bin schonmal gut ins Jahr gestartet und habe im Januar bisher gar keine Kleidung gekauft. Aber aus dieser Analyse hat sich für mich auch folgendes gezeigt, als ich mir die Sachen nochmal genau angeschaut und darüber nachgedacht habe, wie ich weiter reduzieren kann:

Den eigenen Stil finden

Ein Grund warum ich aktuell noch verhältnismäßig so viel Kleidung kaufe ist, dass ich langsam aber sicher glaube meinen Stil gefunden zu haben. Aber das bedeutet einfach auch, dass mir einige Sachen im Schrank nicht mehr gut gefallen und ich sie nach und nach ersetze. Viele Sachen in meinem Schrank habe ich schon lange, einige schon seit ich 16 bin, und seitdem ist einfach viel passiert. Ich bin vom Teenager zu einem erwachsenen Menschen geworden, hatte zwischendurch komische Phasen und bin jetzt endlich dort angekommen, wo ich hin will. Ich mag ab und zu mal etwas ausgefallenes, aber die meisten Sachen die ich viel trage sind Basics. Mein Stil lässt sich im wesentlichen auf die Farben schwarz, grau, weiß, dunkelrot/ bordeaux und ganz selten mal dunkelgrün runterbrechen. Dadurch ist es mir bei meinen Sachen perfekt möglich, vieles unterschiedlich miteinander zu kombinieren. Früher mochte ich einfach viele Dinge, die jetzt nicht mehr zu mir passen, wie Vintage-Blazer, Hot Pants oder weite Ausschnitte. Wichtig ist es mir die Sachen die ich nicht mehr möchte in den Second Hand Kreislauf zu bringen und sie nach und nach zu verkaufen oder zu spenden. Langsam bin ich aber auch da angekommen, dass ich sage ich habe jetzt alles für meinen neuen Stil. Schuhe habe ich zum Beispiel schon ewig nicht mehr gekauft und langsam komme ich mit der Kleidung auch dort hin.

Impuls-Käufe bei Second Hand vermeiden

Bei Eco Fashion habe ich es inzwischen sehr gut im Griff nur das zu kaufen, was ich wirklich brauche. Dafür habe ich mir zum Beispiel angewöhnt immer nochmal mindestens eine Nacht darüber zu schlafen, bevor ich etwas kaufe. Bei Second Hand fällt mir das schwerer, was sicher auch daran liegt, dass es oft eben nicht möglich ist eine Nacht darüber zu schlafen, z.B. auf einem Flohmarkt, bei einer Kleidertauschparty oder bei einem Insta-Sale. Bei Second Hand muss man oft schnelle Entscheidungen treffen und da erwische ich zwar auch meistens wirkliche Lieblingsteile, manchmal aber auch nicht. Natürlich ist das bei Second Hand auch nicht ganz so tragisch, denn es werden keine neuen Ressourcen dafür verschwendet. Generell möchte ich aber trotzdem daran arbeiten - vor allem indem ich noch mehr meinen wirklichen Stil finde und mir mehr Gedanken darüber mache, was ich haben möchte und dann wirklich nur noch das kaufe.

Unterwäsche

Ganze 14 Sachen von 35 sind Unterwäsche - das hat mich ehrlich gesagt etwas überrascht. Wenn ich darüber nachdenke liegt das aber einfach daran, dass ich jahrelang kaum neue Unterwäsche gekauft und nur Alte aufgetragen habe und letztes Jahr ging es los, dass diese Socken und Unterhosen, die ich schon habe seit ich 16 oder sogar noch jünger bin, langsam aber sicher auseinanderfallen. Auch bei Unterwäsche hat sich mein Geschmack ziemlich stark geändert, aber Unterhosen und Socken möchte ich trotzdem tragen bis sie zu alt und löchrig sind. Da wird aber in diesem Jahr sicher auch noch einiges anfallen, denn mir ist es wichtig genug Unterwäsche zu haben, um nicht ständig waschen zu müssen und die Maschine auch voll zu bekommen. Unterwäsche Second Hand kaufen möchte ich definitiv nicht und deswegen bleibe ich hier weiter bei Eco Fashion. Ich habe aber schon einige Marken getestet und weiß inzwischen was qualitativ hochwertig ist und lange hält - mein Favorit ist Organic Basics geworden. Beim Thema BH’s habe ich mich vor ungefähr 2 Jahren von Polstern und Bügeln verabschiedet, deswegen sind in 2019 zwei neue Bralettes bei mir eingezogen, die ich wirklich liebe: sie sind total schön und geben noch ein bisschen Halt. Davon reichen mir zwei Stück aber auch und es muss erstmal nichts Neues mehr einziehen.

Noch mehr über nachhaltige Mode