Schweden Roadtrip - Reisetagebuch

08. September 2021

Lesezeit: ~ 8min

Wir liebten das Leben, den Sommer in Schweden. Im August haben wir 2 Wochen einen Roadtrip mit dem Miet-Camper durch Schweden gemacht und hui ich bin ein bisschen verliebt, in die vielen Seen und Wälder und natürlich die süßen roten Schwedenhäuser. Als großer Dänemark-Fan, musste ich natürlich auch mal anfangen die anderen skandinavischen Länder zu besuchen, Schweden und Norwegen reizen mich nämlich schon sehr lange. Einen Camper als Reisefahrzeug zu nehmen, ist in einem Land wie Schweden mit dem Jedermannsrecht natürlich ein logischer Schluss. Und so ging es los auf eine Reise durch Småland, zum Vättern und an die Ostküste. Im heutigen Blogpost zeige ich euch unsere Reiseroute, erzähle von Erlebnissen und ein paar random Schweden Facts. Außerdem habe ich noch eine Aufstellung unserer Ausgaben für die 2 Wochen für euch!

Unsere Reiseroute

Wir sind am Samstag in Hamburg gestartet, als erstes ging es mit dem Van in den Supermarkt um ein paar essentials wie Nudeln und generell Essen für die nächsten 2-3 Tage zu kaufen. Wir haben uns entschieden die Strecke über Dänemark zu fahren, da die Fähre von Travemünde direkt nach Schweden bereits ausgebucht war und die andere nach Sjæland (Dänemark) war uns zu teuer. Weil am Samstag so schönes Wetter war, haben wir einen Zwischenstopp in Dänemark an der Ostküste gemacht und dort einen sonnigen Nachmittag mit Standup-Paddeln und Essen verbracht. Am Abend haben wir uns dann entschieden noch weiter nach Schweden zu fahren und sind mitten in der Nacht erst auf dem ersten Stellplatz angekommen.
Am nächsten Tag sind wir ein kleines Stück die Westküste hochgefahren nach Mölle, wo es durch die Felsen und Landschaft ein bisschen nach Südsee aussieht. Ab dann ging es weiter ins Landesinnere, wir sind den ersten Supermarkt angefahren und dann ging es schon an den ersten kleinen See. So sahen dann die nächsten Tage aus: von kleinem See mit viel Natur zu kleinem See mit viel Natur. Zwischendurch waren wir mal einen Tag in Jönköping - die Stadt hat uns nicht gerade umgehauen, wir haben aber ein süßes Cafe gefunden und waren lecker Abendessen. Am Vättern entlang ging es wieder weiter in die Natur und von See zu See. Wir sind einmal ganz um den Vättern rumgefahren und dann Richtung Ostküste, wo wir als erstes Kalmar und dann Öland angefahren sind. Auf dem Rückweg sind wir dann weiter an der Ostküste entlang und haben noch einen Naturpark mit Wildschweinen und vielen anderen Wildtieren besucht.
Auf der Rückreise nach Hamburg sind wir auch wieder über Dänemark gefahren (wieder das gleiche Problem mit vollen Fähren und hohen Preisen). Dieses mal haben wir einen Zwischenstopp mit Übernachtung in Odense gemacht - der letzten größeren dänischen Stadt, die mir noch auf meiner "Bucket-List" gefehlt hat.
Um die Route ein bisschen nachvollziehen zu können (& als Erinnerung für mich), habe ich eine Karte gebastelt und reingemalt, wo wir ungefähr entlang gefahren sind:

Danke an OpenStreetMap für die zugrundeliegende Karte

Meine Schweden Highlights

Eine wilde Elchkuh im Feld

An einem Abend sind wir recht spät zu einem Stellplatz gefahren, weil wir den ganzen Tag anderweitig unterwegs waren. Normalerweise haben wir uns Mühe gegeben relativ früh einen Stellplatz zu finden, weil viele Stellplätze sonst schnell voll waren. Aber an diesem Abend waren wir kurz vor Dämmerung unterwegs und es hat sich schon richtig angefühlt wie der perfekte Moment um auf wilde Tiere zu treffen. Als erstes haben wir ein paar Rehe in einem Feld entdeckt und dann kaum zu glauben: mitten in einem Feld, nicht weit weg von einem kleinen Dorf saß ein Elch und hat genascht. Wir glauben, dass es eine Elchkuh war, weil das Tier für einen Elch relativ klein war und außerdem kein Geweih hatte. Faszinierend war es aber allemal!

Standup-paddeln auf schwedischen Seen

Es war auf jeden Fall gut, dass wir unser Standup Paddel mit an Bord hatten, denn die schwedischen Seen sind einfach wunderschön, um sie vom Wasser aus zu erkunden. Einmal sind wir früh aufgestanden in den Sonnenaufgang gepaddelt und es war wirklich magisch, weil über dem Wasser leichte Nebelschwaden waren (weil das Wasser etwas wärmer war als die Umgebungsluft). Wir hatten allerdings auch ein Erlebnis mit einem Felsen direkt unter der Wasseroberfläche, der etwas schwer vorherzusehen war. Aber dem Standup Paddel Board geht es gut und wir sind auch nicht reingefallen.

Wilde Blaubeeren soweit das Auge reicht

Als Person die gerne Wildpflanzen sammelt, ist mein Herz auf jeden Fall höher geschlagen, als wir den ersten Stellplatz im Wald angefahren sind, wo alles voller Blaubeersträucher war. Ab dann haben wir fast jeden Morgen unser Obst fürs Frühstücksmüsli direkt neben dem Van gesammelt. Wusstet ihr, dass es einen ziemlichen Unterschied zwischen Kulturblaubeeren (die es meistens im Supermarkt gibt) und wilden Blaubeeren gibt? Wilde Blaubeeren haben ein rotes Inneres und schmecken total intensiv.

Vättern - der zweitgrößte See Schwedens

Sehr faszinierend war außerdem der Vättern - Schwedens zweitgrößter See ist einfach 135 km lang und 31 km breit. Und was ich fast noch faszinierender fand als die Größe: der See ist wahnsinnig klar und wird sogar als Trinkwasser verwendet. Allerdings war das Wasser wahnsinnig kalt und ich habe mich nicht reingetraut - es tat schon an den Füßen weh.

Random Schweden Facts

Jetzt noch ein paar Dinge, die uns so an Schweden positiv oder negativ aufgefallen sind - ich finde es immer ganz witzig, auch solche Insights zu bekommen/ zu teilen:

  • in Schweden gibt es den leckersten veganen Cheese Dip für Tortilla Chips von der Marke Frankful (er war so lecker, dass ich ein ganzes Glas mit nachhause genommen habe, obwohl wir im Urlaub schon 2 gegessen hatten)
  • egal wo, wir hatten in Schweden immer perfektes mobiles Internet - auch an wirklich abgelegenen Orten!
  • es gibt in Schweden nicht überall Wasseranschlüsse, aber die Schweden sind sehr findig und es gibt fast überall (öffentliche) Komposttoiletten, was ich super sympathisch fand (von Deutschland ist man ja keine hohe Dichte an öffentlichen Toiletten gewohnt)
  • jede schwedische Person mit der wir gesprochen haben, konnte einfach perfekt englisch
  • wir hatten während dem kompletten Urlaub nicht eine schwedische Krone in der Hand, weil man überall mit Karte zahlen kann
  • ich war etwas überrascht, dass Lebensmittel einkaufen und auch Essen gehen in Schweden deutlich günstiger war, als in Dänemark

Unterwegs im ausgebauten VW Bulli

Im Frühjahr waren wir schon mal für ein verlängertes Wochenende mit einem ausgebauten VW Bulli im Harz unterwegs und haben so schon mal vorab ein paar Erfahrungen gesammelt. Fragen wie "Wie funktioniert das mit Toilette und Dusche?" und "Wie habt ihr Plätze zum Übernachten gefunden?" habe ich bereits im damaligen Reisetagebuch beantwortet. Wir haben uns wieder einen Dreamer von Vantopia geliehen, der kleine VW Bulli ist gut zu fahren und man hat alles dabei: Tisch und Stühle, Gaskocher, Hängematte, ... Der große Vorteil von Schweden ist definitiv das Jedermannsrecht: man darf auf jedem Parkplatz campen und übernachten. Dadurch waren wir bei dieser Reise auch viel entspannter, haben gerne mal unseren Tisch und Stühle aufgebaut und die Hängematte aufgehängt. Das tolle war wirklich komplett autark zu sein und mitten in der Natur schlafen zu können. Das Kochen auf dem Gaskocher hat super geklappt und wir haben einige leckere Gerichte gezaubert.
Stellplätze haben wir eigentlich immer über park4night gefunden. Viele davon waren leider recht voll - manchmal hatten wir aber auch Glück und waren (fast) alleine. Der beste Stellplatz war mitten in der Natur direkt an einem See und es hatte nur ein Camper platz, dort sind wir gleich 2 Tage geblieben, weil es so entspannt war mal ganz alleine zu sein.

Womit wir leider ziemlich Pech hatten war das Wetter. Es war zwar häufig sonnig, hat zwischendurch aber auch wahnsinnig stark geregnet (einmal war ein richtiger Bach auf der Straße und wir hatten schon große Bedenken, ob wir überhaupt noch weiterfahren können). Außerdem war es recht kalt. Wir hatten uns eigentlich darauf verlassen, in den Seen baden zu können und unsere Outdoor-Dusche zu benutzen. In der ersten Woche ging das noch gut klar, wir haben uns jeden Morgen durchgerungen im See schwimmen zu gehen - was viel Überwindung gekostet hat, dann aber immer super war. In der zweiten Woche wurde es noch kühler und wir haben schließlich beschlossen eine Nacht ins Hotel zu gehen, um mal wieder ordentlich duschen zu können und uns wieder sauber zu fühlen. Das war tatsächlich wahnsinnig nötig und ich habe mich danach viel besser gefühlt - ärgerlich war es trotzdem, weil Hotels auch nicht günstig sind und wir die Nacht so "doppelt bezahlt haben".

Zusammenfassung unserer Ausgaben

Ich finde es immer wahnsinnig spannend, auch mal zu schauen wie viel so ein Urlaub kostet - bei Abendteuerurlauben verliert man schließlich schnell den Überblick. Im Vorraus kannten wir nur die Preise für den Camper, hinzukamen noch Sprit, zwei Nächte im Hotel und CO2-Kompensation. Und hier sind die genauen Zahlen (allerdings runtergerechnet auf pro Kopf):

  • 1042 € gemieteter, ausgebauter VW-Bulli für 14 Tage
  • 140 € Sprit für 2.015 km Gesamtstrecke
  • 109 € 2 Nächte im Hotel in Kalmar und Odense
  • 60 € Abhol- und Bringservice für den Van
  • 5 € Solardusche (gemietet)
  • 13 € Campingtoilette (gemietet)
  • 14 € als Kompensation für 0,987t CO2 über myclimate

Wir haben also pro Person 1383 € für 14 Tage Van-Urlaub in Schweden bezahlt. Ausgaben für Lebensmittel und Essen gehen habe ich bewusst rausgelassen, da es schwieriger ist das nachzuverfolgen und außerdem sehr individuell. Dadurch, dass wir im Van kochen konnten hielten sich die Ausgaben für Essen aber auch in Grenzen - wir waren nur wenige Male Essen oder haben uns mal eine Zimtschnecke gegönnt.

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