Endlich Vegetarierin - Mein Umstieg

21. Juni 2019

Lesezeit: ~ 6min

Ich sporne mich oft selbst zu Höchstleistungen an, indem ich Dinge, die ich mir vorgenommen habe hier oder auf meinem Instagram-Account mit euch teile. Also mache ich nun hier mein nächstes großes Projekt offiziell: ich möchte gerne endlich zur Vegetarierin werden. Für mich ist die vegetarische Ernährung in Punkto Nachhaltigkeit einfach der nächste logische Schritt, der schon lange überfällig war. Wie beim plastikfreien Leben, ist es mir auch hier sehr wichtig, mich nicht zu sehr unter Druck zu setzen und mit Fehlern zu leben. Obwohl ich nicht perfekt bin, möchte euch dennoch gerne mit auf die Reise nehmen, meine Fortschritte und Tipps mit euch teilen und ich hoffe dass sowohl ihr von mir lernen könnt, als auch ich von euch. Heute erzähle ich euch ein bisschen was über meine Beweggründe und Herausforderungen die ich auf dem Weg sehe.

Meine Beweggründe

Laut Greenpeace gelangen durch die Nutztierhaltung etwa so viele Treibhausgase in die Atmosphäre, wie durch alle Autos, Flugzeuge und Schiffe zusammen. Ein Jahr vegetarisch zu essen spart pro Person, nach einer Studie die ich im WDR gefunden habe, 0,8 Tonnen an CO₂. Außerdem werden, um das in Massen für die Tiere notwendige Futter zu gewinnen, wertvolle Regenwaldflächen abgeholzt und durch Monokulturen ersetzt. Das sind meine Hauptgründe mich vegetarisch ernähren zu wollen: Klimaschutz und Naturschutz.
Darüberhinaus habe ich auch noch egoistische Gründe: es ist einfach deutlich gesünder weniger/ kein Fleisch zu essen - wenn die Umsetzung stimmt. In Fleisch sind oft Antibiotika enthalten, die ich generell gerne vermeiden möchte und in Fisch ist vermutlich massig Mikroplastik. Das sind nur zwei Punkte, die ich an Fleisch und Fisch schon lange gesundheitlich problematisch sehe und weshalb ich bisher sowieso schon so wenig wie möglich davon gegessen habe. Es gibt noch mehr gesundheitliche Probleme mit Fleisch, aber ich möchte hier nicht zu sehr in die Tiefe gehen.

Herausforderungen

Ich esse jetzt seit fast zwei Wochen vegetarisch und an jedem Tag wo ich es schaffe, male ich mir eine kleine grüne Pflanze in meinen Kalender - ich liebe den kleinen Erfolg, den das jedes mal für mich darstellt. Ich würde sagen, ich habe mir eine gute Zeit ausgesucht um damit anzufangen vegetarisch zu leben, denn Dank vieler wunderbarer Vorreiter ist der Weg schon geebnet und es gibt inzwischen eigentlich überall vegetarische Alternativen. Außerdem habe ich auch bisher immer versucht wenig Fleisch zu essen - es ist also keine riesen Umstellung oder ein Sprung ins kalte Wasser für mich. Ein paar Herausforderungen werde ich mich aber trotzdem stellen müssen:

Auswärts essen & meine Soja-Unverträglichkeit

Eine große Herausforderung wird definitiv meine Soja-Unverträglichkeit, auch wenn ich mich nicht gleich ins Vegane stürze. Denn viele Restaurants, Cafes und vor allem Mensen verstehen unter vegetarisch oft Fleischersatz und dieser ist in der Regel aus Soja. Beim zuhause kochen habe ich damit gar kein Problem, denn für mich heißt vegetarisch vor allem viel leckeres, frisches Gemüse - und wenn doch mal Fleischersatz her soll, kann ich zu Seitan greifen. Hier muss ich einfach einen guten Weg für mich finden und Restaurants, die ein größeres vegetarisches Angebot mit nicht so viel Fleischersatz haben.

Umstellung für Familie & Freunde

Für meinen Umkreis ist das natürlich erstmal eine Umstellung, wenn man zusammen auswärts Essen geht natürlich nicht, aber ab und zu werde ich auch mal bekocht und dann fühlt es sich für mich erstmal komisch an “Ansprüche zu stellen”. Eine Lösung, auf die ich durch @chuliabischoff gekommen bin, ist anzubieten gemeinsam zu kochen und dadurch das Menü zu beeinflussen und auch der anderen Person zu zeigen, wie lecker veggie sein kann. Ansonsten werde ich mich wohl einfach dran gewöhnen müssen eine Extrawurst einzufordern, auch wenn das sicherlich für mein Umfeld nervig sein wird. Oder habt ihr noch weitere Tipps und Ideen? Dann schreibt mir gerne auf Instagram!

Alle Vitamine und Nährstoffe bekommen

Ich denke nicht, dass ich bei einer vegetarischen Ernährung besonders viel an Nährstoffen kompensieren muss - einen Vitamin B12 Mangel habe ich sowieso schon seit Jahren, trotz meines Fleischkonsums. Trotzdem möchte ich mich in das Thema einfach noch ein bisschen einlesen um generell gesünder zu leben und sicherzustellen, dass es meinem Körper an nichts fehlt.

Ausnahmen

Ich weiß, dass das wenig konsequent klingt und Einige von euch es sicher nicht nachvollziehen können, aber ich möchte Ausnahmen zulassen und es mir selbst gestatten ab und zu mal Fleisch zu essen. “Ab und zu” habe ich dabei für mich noch nicht genau definiert, vielleicht am Anfang 1x im Monat, vielleicht seltener, vielleicht nur an Weihnachten - ich werde es sehen. Wenn es zur Ausnahme kommt möchte ich es zelebrieren: qualitativ hochwertiges (Bio-)Fleisch und einfach etwas ganz Besonderes. So eine Ausnahme kann also ein besonderes Fest sein oder zum Beispiel auch die Tatsache, dass Fleisch gerettet wurde (z.B. über Foodsharing oder Togoodtogo).
Auch wenn ihr das vielleicht nicht Alle nachvollziehen könnt, wünsche ich mir, dass ihr meinen Weg akzeptiert. Ich bin ein großer Verfechter davon, dass es nicht immer 100% sein muss und gerade beim Thema plastikfrei habe ich auch gelernt, wie wichtig es für mich ist, zu akzeptieren, dass 100% auch nicht immer möglich ist. Damit nehme ich mir selbst etwas Druck und lerne besser mit Unperfektem umzugehen - was letzten Endes auch bedeutet, dass ich nicht irgendwann das Handtuch werfe, nur weil ich 100% nicht schaffe und dann sofort in alte Muster zurückfalle. Letzten Endes ist jede Mahlzeit bei der wir uns gegen ein Fleischgericht entscheiden besser für die Umwelt und Fehler und Ausnahmen zuzulassen wirkt gerade am Anfang nicht so abschreckend wie der Anspruch auf Perfektionismus.

Sei Dabei!

Mir ist es wichtig auf meinem Blog niemandem vorzuschreiben, was er zu tun oder zu lassen hat, sondern Vorschläge, Tipps und Wege zu bieten und nur wer möchte, nimmt etwas mit. Aber wenn du dich von diesem Post angesprochen fühlst und denkst: "Mensch, das wollte ich auch schon lange ausprobieren, aber irgendwie habe ich mich nicht getraut" (oder sonst irgendein Grund), dann freue ich mich, wenn du den Weg mit mir gehst. Hier auf dem Blog möchte ich wie immer meinen Weg mit euch teilen und wenn ich bereit dazu bin auch einige Tipps. Und auf meinem Insta-Account gibt es viele Storys und das ganze tägliche Leben dazu.